Versandapotheken

Logistikprobleme bremsen Shop Apotheke dpa/APOTHEKE ADHOC, 06.07.2021 08:26 Uhr

  • Wachstum verlangsamt: Shop Apotheke erwirtschaftete in Deutschland, Österreich und der Schweiz im zweiten Quartal Verkaufserlöse in Höhe von rund 198 Millionen Euro. Foto: Shop Apotheke Europe
Berlin -

Der niederländische Versandhändler Shop Apotheke kämpft mit Logistikproblemen, weshalb womöglich die Jahresprognose wackelt. Der gegenwärtig angespannte Arbeitsmarkt und der Umzug an den neuen Standort Sevenum hätten für vorübergehend reduzierte Logistikkapazitäten gesorgt, teilte das Unternehmen mit.

Im zweiten Quartal habe sich das Umsatzwachstum verlangsamt. Das Unternehmen sieht dies aber als einen temporären Effekt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden Verkaufserlöse von rund 198 Millionen Euro erwirtschaftet (plus 3,8 Prozent). Die Umstellung auf die nächste Automatisierungsstufe sei zeitaufwändiger als ursprünglich geplant. Zudem sei die Komplexität durch den temporären Parallelbetrieb der zwei Logistikzentren gestiegen.

Die Nachfrage in allen Ländern bleibe hoch. Im ersten Halbjahr stiegen die Gesamterlöse den Angaben zufolge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14,9 Prozent auf 534 Millionen Euro. Allerdings war es mit Blick aufs zweite Quartal lediglich ein Umsatzplus von 7,3 Prozent auf 250 Millionen Euro. Rückläufige Umsätze im Bereich verschreibungspflichtiger Arzneimittel wurden laut Management durch zweistelliges Wachstum in den Non-Rx-Kategorien ausgeglichen.

Für das E-Rezept sei man „bestens“ aufgestellt, heißt es: „Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen“. Auch die „strategischen Initiativen“ seien weiter vorangetrieben worden: „Der Same-Day-Delivery-Service Shop Apotheke Now! ist in fast allen deutschen Ballungsräumen früher als geplant verfügbar.“ Die taggleiche Belieferung sei für mehr als 20 Millionen Menschen in 13 Metropolregionen möglich – unter anderem in Berlin, Hamburg und München.

Vorerst hält das Management um Konzernchef Stefan Feltens zwar an seiner Jahresprognose fest, laut der ein organisches Umsatzwachstum von rund 20 Prozent und eine bereinigte operative Marge (Ebitda) von 2,3 bis 2,8 Prozent erreicht werden soll, doch seien diese Ziele inzwischen eine Herausforderung. Ob eine Aktualisierung der Prognose erforderlich sein werde, hänge nun von den Entwicklungen der nächsten Wochen ab. Vorbörslich rutschte die Aktie deutlich ab.