Für 3,3 Milliarden Euro

Lilly übernimmt drei Impfstoffentwickler 26.05.2026 14:57 Uhr

Indianapolis - 

Der US-Pharmakonzern Lilly steigt mit der Übernahme von gleich drei Unternehmen wieder tiefer in das Geschäft mit Infektionskrankheiten ein. Der Hersteller kündigte den Kauf der Impfstoffentwickler Curevo, Limmatech Biologics und Vaccine Company an. Mit allen drei Unternehmen seien entsprechende Übernahmevereinbarungen geschlossen worden, teilte der Konzern in Indianapolis mit. Zusammengenommen könnte der Schritt Lilly bis zu 3,8 Milliarden US-Dollar (rund 3,3 Milliarden Euro) kosten. Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ darüber berichtet.

Die Milliardensumme wird durch Vorauszahlungen fällig und sofern die Unternehmen bei der Entwicklung ihrer Produkte bestimmte kommerzielle und klinische Meilensteine erreichen.

Epstein-Barr-Virus, Gürtelrose, Staphylococcus aureus

Damit könnten allein bis zu 1,55 Milliarden Dollar für Vaccine Company fließen. Das Unternehmen arbeitet den Angaben zufolge auf Basis seiner firmeneigenen Technologie an einer Impfung gegen das Epstein-Barr-Virus, den Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Eine ähnlich hohe Übernahmesumme sieht auch die Vereinbarung mit Curevo vor, dessen wichtigster Studienkandidat eine Impfung gegen Gürtelrose ist. Und bis zu 780 Millionen Dollar könnten die Limmatech-Aktionäre erhalten. Das wichtigste Produkt in der Entwicklung des schweizer Unternehmens ist ein Vakzin gegen den Erreger Staphylococcus aureus, der unter anderem nach Operationen gefährliche Infektionen auslösen kann.

Lilly hatte in der Vergangenheit zahlreiche Produkte gegen Infektionskrankheiten entwickelt oder vermarktet, darunter in der Pandemie einen Antikörperwirkstoff gegen Covid.

Milliardenumsatz mit Abnehmmitteln

Zuletzt standen Infektionskrankheiten aber weniger im Mittelpunkt: Der Konzern macht zurzeit im Wesentlichen seinen Milliardenumsatz mit Diabetesmitteln und den stark nachgefragten Gewichtssenkern, die das Wirkprinzip des Darmhormons GLP 1 nachahmen.

Sollten sich die jetzigen Übernahmen aber als Erfolg erweisen, könnten laut „Wall Street Journal“ Impfstoffe künftig wieder zu einem Kernbereich werden – neben Diabetes, Fettleibigkeit, Krebs, Immunologie und neurodegenerativen Erkrankungen.