Apothekenexklusivität

Ladival bei Müller Alexander Müller, 29.04.2011 09:15 Uhr

Berlin - 

Die Drogeriekette Müller eröffnet im Kampf gegen die Apothekenexklusivität eine neue Flanke: In mehreren Filialen wird derzeit die Sonnenschutzcreme Ladival vertrieben – gegen den Willen des Herstellers Stada.

Bei Stada ist das Problem erst seit kurzem bekannt. Einem Sprecher zufolge ist man im Konzern extrem verärgert über den neuen Vorstoß von Müller. Es sei definitiv nicht im Sinne von Stada, dass Ladival außerhalb der Apotheke angeboten werde. „Stada versichert, dass ausschließlich Offizin-Apotheken sowie der pharmazeutische Großhandel mit Ladival beliefert wurden und auch in Zukunft beliefert werden“, sagte der Sprecher.

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass Ladival im Mass-Market auftaucht. Schon in den vergangenen Jahren hatte Stada kurz vor der Sommerzeit das gleiche Problem. Die Apotheken werden normalerweise im März bevorratet. Dabei setzt Stada dem Sprecher zufolge vor allem auf Direktlieferungen. Wie die Ware diesmal zu Müller gekommen ist, entziehe sich der Kenntnis des Konzerns. Ein Verkauf über Drogerie- beziehungsweise Selbstbedienungsmärkte sei aber „in keiner Weise akzeptabel“.

Der Hersteller will jetzt anhand der Chargen möglichen Warenflüssen nachspüren. In wie vielen Märkten Müller die Sonnenschutzprodukte aktuell anbietet, ist unklar.