Neues Logistikzentrum

Klinikversorgung: Asklepios wird Pharmagroßhändler 01.10.2026 13:05 Uhr

Berlin - 

Der Klinikkonzern Asklepios baut ein drittes Logistikzentrum in Eching bei München. Von hier aus sollen vor allem Standorte in Süddeutschland versorgt werden – auch mit Arzneimitteln.

Der Logistik-Hub entsteht auf einem rund 5500 m2 großen Grundstück in Eching bei München. Das Bauprojekt umfasst rund 3000 m2 Logistikfläche sowie rund 300 m2 Bürofläche. Dank moderner und hochautomatisierter Lager- und Kommissioniertechnik sollen am Standort künftig etwa 2000 bis 3000 versorgungsrelevante Lagerartikel vorgehalten werden. Die Inbetriebnahme der Einrichtung ist für Mitte 2027 vorgesehen.

„Asklepios wird am Logistik-Hub in Eching bei München, wie auch bereits im konzerneigenen Zentrallager Bad Oldesloe und im Logistik-Hub Frankfurt am Main, eine pharmazeutische Großhandelserlaubnis haben“, bestätigt ein Konzernsprecher. Die Großhandelsgesellschaft dürfe aber aufgrund der gesetzlichen Regulatorik im Bereich der Klinikversorgung nur die Krankenhausapotheken versorgen, diese belieferten dann wiederum die Kliniken.

Dem Konzern spielt eine Neuregelung aus der Apothekenreform in die Karten: Über den Entwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) hinaus hatte der Bundesrat beschlossen, dass Klinikapotheken die Hälfte ihres Lagers an externe Dienstleister übertragen dürfen: „Die Lagerung von bis zu der Hälfte des Arzneimittelvorrats kann außerhalb der Betriebsräume erfolgen, sofern durch einen Verantwortungsabgrenzungsvertrag zwischen Apotheke und Dienstleister sichergestellt wird, dass die Lagerung qualitätsgesichert in der Verantwortung des Dienstleisters erfolgt, eine Belieferung jederzeit binnen einer Stunde erfolgen kann und die Apotheke regelmäßig die Lagerbedingungen vor Ort überprüft. Eine Zuordnung der Ware zur Apotheke muss jederzeit möglich sein. Die Vereinbarung ist der zuständigen Aufsichtsbehörde anzuzeigen.“

Verbund aus drei Standorten

Der neue Standort ergänzt das bestehende Netzwerk aus dem 2022 eröffneten Zentrallager in Bad Oldesloe, von dem aus auch Häuser im Norden versorgt werden, sowie dem 2025 ans Netz gegangenen Logistik-Hub in Frankfurt am Main für die Region Mitteldeutschland.

Das bundesweite Einkaufs-, Handels-, Supply-Chain- und Logistikkonzept von Asklepios verbindet einen zentralen Bestands- und Nachschubanker mit regionalen Logistik-Hubs. Das Zentrallager in Bad Oldesloe hält Bestände mit einer Reichweite von bis zu sechs Monaten vor; von dort werden die regionalen Hubs bedarfsgerecht versorgt. Das Netzwerk verbindet laut Konzernangaben eine hohe überregionale Versorgungssicherheit mit regionaler Nähe, kurzen Lieferwegen, schnellen Reaktionszeiten und einem reduzierten Transportaufkommen.

Neben den eigenen Häusern sowie den Konzerntöchtern Rhön Klinikum und Mediclin soll das Versorgungsnetzwerk gezielt auch externen Gesundheitseinrichtungen und Partnern angeboten werden.

„Eine sichere Gesundheitsversorgung braucht verlässliche Lieferketten. Gerade die Krisen der vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig widerstandsfähige Versorgungsstrukturen sind. Mit unserem neuen Logistik-Hub in Eching stärken wir deshalb gezielt die Versorgung unserer Einrichtungen in Süddeutschland und machen unser Logistiknetzwerk widerstandsfähiger gegenüber globalen Krisen und Lieferengpässen“, sagt CEO Joachim Gemmel. „Damit erhöhen wir die Versorgungssicherheit für unsere Patientinnen und Patienten und schaffen zugleich leistungsfähige Strukturen, von denen künftig auch externe Kliniken und Gesundheitseinrichtungen in der Region profitieren können.“

Janis Gadanac, Konzernbereichsleiter Einkauf und Versorgung sowie Geschäftsführer der Großhandelsgesellschaft, ergänzt: „Der Logistik-Hub Eching ist ein weiterer wichtiger Baustein unseres bundesweiten Einkaufs-, Handels-, Supply-Chain- und Logistikkonzepts. Gemeinsam mit unserem Zentrallager in Bad Oldesloe und dem Logistik-Hub in Frankfurt am Main schaffen wir ein leistungsfähiges Versorgungsnetzwerk für Süddeutschland, das regionale Nähe mit den Vorteilen zentraler Strukturen verbindet. So können wir unsere Einrichtungen noch effizienter versorgen und unser Versorgungsnetzwerk in Süddeutschland konsequent weiterentwickeln.“