20.000 Packungen

Infectopharm spendet Permethrin Alexandra Negt, 10.10.2020 08:15 Uhr

  • Infectopharm spendet 20.000 Packungen Permethrin-Salbe zur Behandlung der Krätze. Die Hilfslieferung ging in den Niger. Foto: Infectopharm

Berlin - Krätze ist eine der häufigsten parasitären Hauterkrankungen. In vielen Entwicklungsländern fehlt den Menschen der Zugang zu geeigneten Therapieoptionen. Infectopharm hat im Laufe des Jahres insgesamt 20.000 Packungen Permethrin-Salbe an das deutsche Medikamentenhilfswerk Action Medeor gespendet. Mit der Hilfslieferung konnten Betroffene im Niger versorgt werden.

Infectopharm gehört in Deutschland zu den führenden Anbietern von Arzneimitteln zur Behandlung der Krätze. Zum Portfolio gehört die Permethrin-haltige Creme Infectoscab. Das Dermatikum kann am ganzen Körper – ausgenommen Augen und Schleimhäuten – angewendet werden. Ein weiterer Vorteil: Eine Behandlung von Kindern ab dem zweiten Lebensmonat ist unter ärztlicher Kontrolle möglich. So eignet sich das Präparat für fast alle Menschen, die an Scabies leiden.

Insgesamt 20.000 Packungen Infectoscab mit einem Marktwert von knapp einer halben Million Euro hat der Hersteller im Laufe des Jahres gespendet. Das Medikamentenhilfswerk Action Medeor freute sich über die zahlreichen Packungen und wusste sofort, wo die Spende eingesetzt werden sollte. „Wichtig ist, dass soziale Verantwortung nicht nur verkündet, sondern auch gelebt wird. Dies hier ist ein gutes Beispiel“, betont Sid Peruvemba, Vorstandssprecher des Hilfswerks. „Mit der Arzneimittelspende von Infectopharm können wir Menschen helfen, für die medizinische Versorgung in der Regel unerreichbar oder nicht zu bezahlen ist.“

Der Verein führt in Entwicklungsländern gemeinsam mit lokalen Partnern Gesundheits­projekte in den Bereichen Prävention, Diagnostik und Therapie durch und entschied sich dafür, das Pyrethroid im Niger einzusetzen. Hier konnten zwei Krankenhäuser in der Hauptstadt Niamey und ein Gesundheitszentrum in der ländlichen Gemeinde Sassoumbroum unterstützt werden. Krätze kommt in diesen Regionen häufig vor. Oftmals fehlt jedoch der Zugang zu geeigneten Therapien.

„Aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung auch in den ländlichen Regionen des Niger sind selbst heilbare Hautkrankheiten wie die Krätze dort oftmals nicht adäquat zu behandeln“, berichtet das Unternehmen. Eine medikamentöse Behandlung ist für viele Familien finanziell nicht möglich. Eine Krätze-Therapie kann die Menschen in Armut reißen. Besonders häufig sind Kinder betroffen. Sie stecken sich beim Spielen oftmals gegenseitig an. Die Ankunft der Hilfslieferung wurde vom medizinischen Personal vor Ort dankbar entgegengenommen.

Krankheitsbild Krätze

Krätze, medizinisch als Skabies bezeichnet, ist eine durch die Milben verursachte ansteckende Hautkrankheit des Menschen. Die Tiere werden bis zu 0,5 mm groß – mit dem bloßen Auge sind sie kaum sichtbar. Die Tiere leben in der Haut des Menschen und legen dort ihre Eier. Sie graben sich in die obere Hautschicht ein und ernähren sich von den Hautzellen. Zum Juckreiz selbst führt nicht das Eingraben in die Haut, sondern die Ausscheidungen der Milben. Überall dort, wo Menschen auf engem Raum zusammenleben, verbreiten sich Skabiesmilben besonders leicht.

Zu den klassischen Symptomen zählen Juckreiz und Brennen der Haut. Diese Symptomatik kann sich auch auf Hautareale ausbreiten, die nicht von den Tieren befallen sind. Ein ausgeprägter Ganzkörper-Juckreiz kann entstehen. Zu den häufig befallenen Stellen gehören Zwischenräume von Fingern und Fußzehen, Handgelenke, Brustwarzen und Genitalien sowie Knöchel, Achseln und Ellenbogen. Betroffene leiden ohne Behandlung unter dem starken Juckreiz, der bei Wärme noch weiter zunimmt. Optisch können feine, dunkle und unregelmäßige Linien in der Haut entstehen – dies sind die sogenannten Milbengänge. Ohne Therapie kann sich die Haut entzünden und es kann zu Sekundärinfektionen kommen.