Umsatz gesteigert

Hartmann: Spargesetz drückt auf Ertrag 18.08.2026 09:51 Uhr

Berlin - 

Der Medizinartikelhersteller Paul Hartmann hat Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr gesteigert. Die positive Entwicklung wird mit Blick auf das kommende Jahr jedoch wegen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes (BStabG) und der anstehenden Pflegereform getrübt.

Hartmann erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten Verkaufserlöse in Höhe von rund 1,23 Milliarden Euro (plus 3 Prozent). Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um rund 26 Millionen Euro auf rund 151,7 Millionen Euro.

Plus bei Wund- und Inko-Versorgung

Im Segment Wundversorgung war das erzielte Wachstum vor allem auf die moderne Wundversorgung mit atraumatischen Verbänden sowie eine positive Geschäftsentwicklung in den USA zurückzuführen. Einschränkend wirkten dem Konzern zufolge Änderungen in der Erstattung in Frankreich, die bereits 2025 in Kraft getreten sind, und die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in diesem Bereich in Deutschland.

Beim Inkontinenzmanagement waren die Inkontinenzhosen sowie Produkte für die Versorgung mittlerer bis schwerer Inkontinenz die wesentlichen Wachstumstreiber. Auch der Bereich Infektionsmanagement verzeichnete laut Hartmann ein Wachstum, das vor allem auf Produkte zur Hände- und Flächendesinfektion, OP-Sets sowie OP- und Untersuchungshandschuhe zurückzuführen war.

Ausblick wegen Iran-Krieg und Reformen getrübt

Für das laufende Jahr geht der Konzern davon aus, dass die wegen des Iran-Kriegs gestiegenen Kosten für Material, Energie und Fracht das zweite Halbjahr stärker belasten werden. Die Kostenerhöhungen könnten nur teilweise durch Preismaßnahmen kompensiert werden, heißt es. Für 2027 erwartet Hartmann negative Auswirkungen auf Umsatz und Ertrag durch neue Regelungen in der gesetzlichen Krankenversicherung sowie die geplanten Änderungen durch die Pflegereform.