Zahngesundheit

Happybrush kommt in die Apotheke Nadine Tröbitscher, 23.04.2018 07:55 Uhr

Berlin - 

Der Bereich Zahngesundheit ist zwar in der Offizin verankert, aber dennoch rückläufig. Das Münchener Start-up Happybrush sieht die Apotheken dennoch als möglichen Vertriebszweig und bringt Zahnbürsten und Zahngele in den Handel. Der eigene Webshop bleibt aber am Netz.

Hinter Happybrush stehen die Gründer Florian Kiener und Stefan Walter, die die elektrische Zahnbürste „attraktiv, günstig, ästhetisch und nachhaltig“ machen wollen. Die Gründer haben sich bei Procter & Gamble (P&G) kennengelernt, wo sie zuvor im Vertrieb beziehungsweise Produktmanagement tätig waren. Mit Happybrush haben die beiden alles auf eine Karte gesetzt; sie wollen die Zielgruppe erobern, die ihr alter Arbeitgeber mit Oral B oder auch Philips mit Sonicare nicht bedienen.

Happybrush ist seit März 2016 auf dem Markt. Die Gründer waren auch in der letzten Staffel der Vox-Sendung „Höhle der Löwen“ zu sehen. Hier konnten sie Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer begeistern. Zu einem Deal kam es dennoch nicht, denn der platzte im Zuge der Vertragsverhandlungen. Mit Dümmel kam jedoch eine Vertriebskooperation zustande und so zog Happybrush in den Mass Market ein. „Das vergangene Jahr war ein positives Jahr. Wir sind stark gewachsen und die Dynamik ist weiterhin positiv“, freut sich Kiener.

Mit dem neuen Vertriebsweg soll eine neue Klientel gewonnen werden. „Die Apotheke ist ein möglicher Vertriebszweig vor allem für Kunden, die uns nicht erreichen“, so Kiener. Einziger Haken: Fragt ein Kunde nach, müssen die Produkte direkt beim Hersteller bestellt werden. Verhandlungen mit fünf Großhändlern laufen aber bereits. „Wir wollen so wenige Mittelsmänner wie möglich und sind noch beobachtend unterwegs.“

Kiener und Walter wollen es den Konsumenten so einfach wie möglich machen – und setzen daher auch in Zukunft auf den eigenen Webshop: „Uns ist die direkte Kundenbetreuung wichtig. So können wir schnell auf den Bedarf reagieren und wissen, was die Nutzer bewegt.“ Die Apotheke scheint also mit der Präsenz vor Ort ein idealer Partner zu sein.

Auf den ersten Blick scheint die elektrische Zahnbürste unspektakulär und ist von den Mitbewerbern kaum zu unterscheiden. „Happybrush scheint nur eine weitere Zahnbürste zu sein. Aber in ihr steckt viel Liebe, die man auf den ersten Blick nicht erkennt“, sagt Kiener. Etwa eineinhalb Jahre Entwicklung stecken in der Zahnbürste. Das funktionale Benefit für den Endverbraucher liegt beispielsweise im Travel-lock. Dies verhindert, dass die Zahnbürste im Gepäck angeht. Außerdem verfügt die Zahnbürste über einen starken Akku, der bis zu drei Wochen Haltbarkeit verspricht.

Die Gründer haben ein Patent auf den flexiblen Bürstenkopf, der bei zu viel Druck nachgibt. „Einen flexiblen Kopf hat sonst nur die Handzahnbürste von Dr. Best“, so Kiener. Mitbewerber elektrischer Zahnbürsten nutzen beispielsweise bei zu festem Druck ein optischen Signal.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sind die dreifach gedrehten Bürstenköpfe, die durch eine Oberflächenvergrößerung eine bessere Reinigung erreichen. Happybrush verfügt zudem über drei wählbare Putz-Modi, einen Timer und kann auch per USB geladen werden.

„Das Hauptargument für den Endverbraucher ist aber der Preis der Aufsteckbürsten“, so Kiener. Denn der liegt unter dem der Mitbewerber. Außerdem orientieren sich die Preise für die elektrische sowie die Schallzahnbürste an der 50 Euro-Grenze.

Das Portfolio umfasst zudem verschiedene Zahngele mit individuellen Formeln. Die veganen und zu 100 Prozent recycelbaren Produkte werden in Deutschland hergestellt. Sie sind frei von Triclosan, Natriumlaurylsulfat und Palmöl. Mit jedem verkauften Starterkit wird ein Betrag an den Verein Viva con agua gespendet mit dem Ziel, allen Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Ein Brunnen in Äthiopien konnte bereits finanziert werden. Die Gründer versuchen außerdem, bei der Verpackung auf Plastik zu verzichten.

In zwei Wochen startet die Kickstarter-Kampagne für die elektrische Kinderzahnbürste, mit der die Gründer auf die große Kundennachfrage reagieren. Außerdem stehen Kiener und Walter kurz vor einer Finanzierungsrunde. Die Gründer sind auf der Suche nach strategischen Partnern und Kapital für Entwicklung, Marketing und Vertrieb sowie die Vorfinanzierung für Ware – denn das vierte Quartal ist das umsatzstärkste um Bereich Mundpflege.