Parallelhandel nach Corona

Geller: Lieferengpässe werden zunehmen APOTHEKE ADHOC, 07.09.2020 17:36 Uhr

  • Kostendruck und Fehlallokation: Jörg Geller rechnet damit, dass der Parallelhandel auch nach Corona gefordert sein wird. Foto: Kohlpharma

Berlin - Die Corona-Krise trifft auch die Parallelimporteure. Jörg Geller, Geschäftsführer der Branchenprimus Kohlpharma, rechnet damit, dass Bezahlbarkeit und Verfügbarkeit von Arzneimitteln in den kommenden Jahren eine große Herausforderung sein werden.

Geller wurde nach seinem ersten Amtsjahr als Präsident des europäischen Dachverbandes „Affordable Medicines Europe“ bestätigt. Bei der Generalversammlung per Videokonferenz machte Geller klar, dass der europäische Parallelhandel unter den aktuellen Auswirkungen des globalen Anti-Corona-Kampfes mehr als zuvor gefordert sein wird, die aktuell befürchteten Lieferengpässe für bestimmte Arzneimittel auf einzelnen Märkten auszugleichen.

Im vergangenen Jahr habe sich der neu aufgestellte Verband in seiner Struktur bewährt. So habe man gemeinsam mit der EU-Kommission erfolgreich gegen unrechtmäßige und unverhältnismäßige Exportverbote insbesondere während der Coronakrise gekämpft und den freien Warenverkehr innerhalb des europäischen Binnenmarktes in der Zeit der überstürzten Grenzschließungen verteidigt.

Für seine zweite Amtszeit sieht Geller weiterhin zwei grundlegende Herausforderung für die Branche. „Europa wird in der Nach-Corona-Zeit härter als zuvor an der Verfügbarkeit und der Bezahlbarkeit von Arzneimitteln arbeiten müssen. Wir werden wie in der Vergangenheit unseren Beitrag zu den benötigten Einsparungen leisten und auch die innereuropäische Fehlallokation aufgrund falscher oder unzureichender Belieferung der Hersteller oder unvorhergesehener regionaler Versorgungsanforderungen zumindest in Teilen ausgleichen.“