Empfängnishilfe

Femibion befruchtet online APOTHEKE ADHOC, 24.11.2017 09:12 Uhr

Berlin - Empfängnishilfe für zu Hause: Merck bringt zum Dezember unter der Dachmarke Femibion ein Medizinprodukt auf den Markt, das Samenflüssigkeit auffängt und direkt am Gebärmutterhals platziert. Vertrieben wird das Produkt online – auf Nachfrage auch über den Großhandel.

Die Femibion Empfängnishilfe für zu Hause soll die Spermienkonzentration am Cervix uteri um das Dreifache erhöhen. Nach dem Prinzip der Kappeninseminination meldet Merck Erfolgsraten von 8 bis 20 Prozent pro Zyklus. Das Medizinprodukt ist das erste seiner Art für den Hausgebrauch. Es besteht aus einem Applikator und dem Conceptacle, der eine in einem Spezialkondom befindliche Portiokappe enthält. Die Spermien werden nach der Verflüssigung des Ejakulats in eine Kappe gegeben und am Gebärmutterhals fixiert. Die Empfängnishilfe wird nach ein bis zwei Stunden wieder entfernt.

Die Konzeptionshilfe soll an den fruchtbaren Tagen, kurz vor oder während der Ovulation benutzt werden. Sie fängt die Samenflüssigkeit auf und platziert diese mit Hilfe der Portiokappe am Gebärmutterhals. Die Spermien sollen so leichter zur Eizelle gelangen. Laut Hersteller ist das Medizinprodukt „auch bei ungünstigem Scheidenmilieu (erhöhter pH-Wert) und sekundärer Unfruchtbarkeit“ geeignet.

Während die Femibion-Mikronährstoffpräparate auch in den Vor-Ort-Apotheken erhältlich sind, setzt Merck bei der Empfängnishilfe auf den Versandhandel. „Sie kann ab Dezember über Online-Apotheken bezogen werden“, schreibt der Konzern. Das Medizinprodukt findet laut einer Sprecherin aber auch den Weg in die Präsenzapotheken – jedoch nicht im Direktvertrieb. Die Bestellung erfolgt über den Großhandel.

Womöglich rührt die Entscheidung für den eher anonymen Vertriebsweg aus dem Ergebnis einer von Merck initiierten Umfrage. Demnach ist das Ausbleiben einer Schwangerschaft für viele Paare ein Tabuthema. Etwa 60 Prozent der bundesweit Befragten vermeiden es, mit ihrem Arzt über das Problem zu sprechen. Die Teilnehmer hätten das Gefühl „sich als normales, fruchtbares Paar aufzugeben“. Etwa 86 Prozent hätte eine Empfängnishilfe ausprobiert, wenn sie die Möglichkeit gehabt hätten.

In der Vergangenheit sind neben den diversen Nahrungsergänzungsmitteln bei Kinderwunsch, Schwangerscaft und Stillzeit auch Gleitgele bei Kinderwunsch auf den Markt gekommen. Dazu gehören zum Beispiel Prefert Vaginalgel (Medintim), das zuvor unter dem Namen Pre Seeds vertrieben wurde, sowie Ritex und Zestica (Gynial, Österreich) Kinderwunsch.

Während herkömmliche Gleitgele die Beweglichkeit und die Lebensfähigkeit der Spermien verschlechtern, sollen Gleitgele bei Kinderwunsch durch einen pH-Wert von 7,4 eine ideale Umgebung für Spermien schaffen und deren Motilität und Vitalität verbessern. Der pH-Wert entspricht dem des Zervixschleims und des Ejakulats. So soll die Wahrscheinlichkeit der Befruchtung der Eizelle zunehmen. Die Gele sind in portionierten Applikatoren erhältlich und sollen an den fruchtbaren Tagen bis zu 15 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden.