Versender profitiert von Einsparungen

DocMorris: Verlust unter 10 Millionen Franken 15.10.2026 08:33 Uhr

Berlin - 

Bei DocMorris geht man zuversichtlich in den Jahresendspurt. Der Vorstand des Versandkonzerns hebt für 2026 erneut die Umsatzprognose. Auch der Verlust soll sich stärker verringern als bislang angenommen – aber immer noch unter 10 Millionen Franken (umgerechnet knapp 11 Millionen Euro) liegen. 

DocMorris steigerte im dritten Quartal 2026 das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten in Deutschland. Zudem erreichte das Unternehmen früher als von Analysten erwartet die Gewinnschwelle beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) und erhöhte die Jahresprognose.

Der Umsatz der Gruppe stieg im dritten Quartal um 21 Prozent auf 343 Millionen Franken. In den ersten neun Monaten betrug der Umsatz 971 Millionen Franken, ein Plus von 14 Prozent.

E-Rezept-Geschäft deutlich über Erwartungen

Im Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten in Deutschland stieg der Umsatz im dritten Quartal um 78 Prozent auf 108 Millionen Franken. Im zweiten Quartal hatte das Wachstum in Lokalwährungen noch 46 Prozent betragen.

Die Zahl der aktiven Kund:innen erhöhte sich im Jahresvergleich um 1,5 Millionen auf 13,1 Millionen. Allein im dritten Quartal kamen 200.000 hinzu. Damit hat DocMorris die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Besonders groß war die positive Überraschung beim Rx-Geschäft.

Digitalgeschäft wächst weiter kräftig

Deutlich geringer war das Wachstum im restlichen Geschäft in Deutschland. Hier stieg der Umsatz um 5,5 Prozent auf 218 Millionen Franken. Den Großteil davon erzielt DocMorris mit rezeptfreien Medikamenten und Pflegeprodukten (OTC).

Einen kleineren Anteil am Non-Rx-Umsatz machen die digitalen Dienstleistungen aus, darunter der Telemedizin-Anbieter TeleClinic. Dieses Geschäft wächst allerdings weiterhin besonders schnell. Im dritten Quartal lag der Umsatz bei 14 Millionen Franken, ein Plus von 46 Prozent in Lokalwährungen.

Jahresprognose angehoben

Für das gesamte Jahr 2026 erwartet DocMorris nun ein Umsatzwachstum von 12,5 bis 15,0 Prozent in Lokalwährungen, nach bisher 9 bis 13 Prozent. Auch die Ergebnisprognose wurde erhöht. Neu soll der bereinigte Ebitda-Verlust weniger als 10 Millionen Franken betragen (bisher: 10,0 bis 17,5 Millionen).

Bereits im dritten Quartal hat DocMorris mit 0,6 Millionen Franken die Gewinnschwelle auf bereinigter Ebitda-Basis erreicht. Das Unternehmen hatte den Break-even für die zweite Jahreshälfte angepeilt, einige Analysten hatten allerdings erst im vierten Quartal damit gerechnet. Finanzchef Daniel Wüest führt das neben dem starken Wachstum auf eine höhere Kosten- und Marketingeffizienz zurück.

Am Ziel eines positiven freien Cashflows im Verlauf von 2027 hält DocMorris fest. Die Investitionen sollen im laufenden Jahr weiterhin unter 30 Millionen Franken bleiben.