dm-Chef: „Versuchen, aus Zitronen Limonade zu machen“ 24.09.2026 14:18 Uhr
Drogerie und/oder Apotheke? Vor dem Landgericht Karlsruhe verteidigt dm das Geschäftsmodell von dm-med. Warum man überhaupt in den Versand von OTC-Arzneimitteln eingestiegen ist und warum man sich rechtlich auf der sicheren Seite sieht, erklärte Sebastian Bayer, Geschäftsführer für das Ressort Marketing und Beschaffung, am Rande des Gerichtstermins.
Das OTC-Geschäft sei Teil einer Gesundheitsstrategie, die man bei dm groß angelegt habe. Bayer verweist auf den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel. „Unsere Lösung ist, auf Prävention zu setzen. Dort glauben wir, dass wir als Drogeriemarkt eine Lösung bieten können, dass Kunden uns das zutrauen. Deswegen wollen wir in diesem Markt aktiv werden.“
Rechtlich sieht er das Konzept auf der sicheren Seite: „Wir sind wirklich davon überzeugt, dass wir dieses Trennungsgebot eingehalten haben, in der Art und Weise, wie wir das Modell aufgesetzt haben und trennen zwischen Drogeriemarkt und dm-med, also der Partnerapotheke, mit der wir hier zusammenarbeiten.“
Mit Klagen habe man gerechnet. „Wann immer Sie einen neuen Markt betreten, gibt es Wettbewerber, die ihre eigenen Pfründe sichern wollen. Es geht ja hier um Wettbewerbsrecht und nicht um Verbraucherschutz. Irgendein Wettbewerber, der Mitglied der Wettbewerbszentrale ist, hat die Wettbewerbszentrale dazu gebracht, Klage gegen uns zu erheben.“
Der Unterschied zu Amazon? „Wenn Sie bei Amazon etwas in die Suchmaske eingeben, werden Ihnen die Arzneimittel aufgelistet und es wird keinerlei Trennung gemacht, woher das dann kommt. Kommt das von Amazon, kommt das von einer Versandapotheke? Da wird nicht differenziert. Bei uns haben Sie in jedem Schritt die klare Trennung: Kommt das von dm oder kommt das von der Partnerapotheke dm-med.“
Dass in der Kampagne gerade auf die Möglichkeit der gemeinsamen Bestellung hingewiesen wird, sieht Bayer nicht als Widerspruch: „Dadurch, dass wir so strikt trennen, unternehmen wir den Versuch, den Kunden klarzumachen: So kompliziert ist es gar nicht, es geht am Ende doch einfach. Gleichwohl, man muss gestehen: Es braucht mehr Klicks, als es auf jeder Plattform braucht. Insofern versuchen wir hier, aus Zitronen Limonade zu machen.“