Berlin/Brandenburg: Heute Streik bei Großhändlern 15.05.2026 10:20 Uhr
Die Apotheken in Berlin und Brandenburg müssen heute mit Lieferverzögerungen bei einigen Großhändlern rechnen: Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifstreit des Großhandels für Berlin und Brandenburg einen Warnstreik angekündigt. Daran beteiligten sich Beschäftigte aus dem Lebensmittel- und Pharmahandel, teilte Verdi mit. Dazu gehören die Pharmagroßhändler Alliance Healthcare und Phoenix mit ihren Niederlassungen in Berlin und Sanacorp in Potsdam, sowie Edeka-, Rewe und Penny-Lager und alle Metro-Märkte. Verdi wolle damit auf den Verlauf der ersten Verhandlung reagieren, in der die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt hätten.
Die Gewerkschaft verlangt für die mehr als 53.000 Beschäftigten im Berliner und Brandenburger Groß- und Außenhandel eine Steigerung der Löhne und Gehälter um 220 Euro im Monat, eine Laufzeit des Tarifvertrags von 12 Monaten und einen Anstieg der Ausbildungsvergütungen um 200 Euro. In Berlin sind rund 33.000 Menschen im Großhandel beschäftigt, in Brandenburg etwa 20.000.
„Der Groß- und Außenhandel ist ein stiller Riese unserer Wirtschaft. Ohne ihn würde in vielen Bereichen nichts mehr laufen. Die Beschäftigten wiederum leiden unter den gestiegenen Lebenshaltungskosten, wie im Bereich Lebensmittel, Miete und Sprit. Sie sind für die Beschäftigten kaum stemmbar“, so Verdi-Verhandlungsführerin Franziska Foullong. „Die Kommissionierer:innen und Kraftfahrer:innen erledigen jeden Tag unter harter körperlicher Belastung ihre Arbeit, damit die Menschen in unserer Region Berlin und Brandenburg mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt sind. Sie arbeiten hart, um Gastronomie, die Kitas und Senior:innenheime den Betrieb zu ermöglichen und müssen mit rund 2900 Euro brutto monatlich über die Runden kommen“, kritisiert Foullong.
„Die Beschäftigten stehen vor der Perspektive niedriger Renten. Das ist nicht akzeptabel. Gute Arbeit muss auch im Groß- und Außenhandel endlich wieder zu guten Löhnen führen. Heute sowie für die spätere Rente“, erklärt Foullong. „In der ersten Verhandlungsrunde haben wir unnötig Zeit verloren, weil die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt haben. Der massive Preisdruck muss aber jetzt aufgefangen werden! Daher brauchen sie eine faire Lösung am Verhandlungstisch“, so Foullong abschließend.
In Großbeeren findet eine zentrale Verdi-Veranstaltung statt.