Bayer: Investor für Kontrazeptiva 10.07.2026 08:14 Uhr
Bei Bayer geht die Umstrukturierung weiter. Der Konzern gliedert auch seine Kontrazeptivasparte aus und holt einen Investor an Bord. Dafür fließen drei Milliarden Euro in die Kasse.
Am Freitag unterzeichnete Bayer eine Vereinbarung mit Apollo, einem weltweit tätigen Vermögensverwalter. Demnach erhalten von Apollo verwaltete Fonds und Tochtergesellschaften eine Minderheitsbeteiligung an einer neuen Gesellschaft, in die Bayer sein Geschäft mit reversiblen Langzeit-Kontrazeptiva (LARC) einbringt.
Bayer behält die Anteilsmehrheit an der Gesellschaft sowie die vollständige operative Kontrolle über das Geschäft. Das Investment habe keine Auswirkungen auf die Strategie oder die Aktivitäten des LARC-Geschäfts – dieses bleibe ein Teil des Kerngeschäfts der Division Pharmaceuticals von Bayer und werde weiterhin vollständig im Konzernabschluss konsolidiert.
Laut Konzernangaben wuchs das Geschäft mit Kontrazeptiva wie Mirena und Yaz zuletzt zweistellig, 68 Millionen Frauen nehmen die Präparate. Zum Portfolio gehören außerdem 28 Mini, Aida, Enriqua, Jaydess, Maxim, Microgynon, Minisiston, Monostep, Novastep, Petibelle, Valette, Yasmin und Yasminelle. Der Bereich Frauengesundheit, zu dem auch Hormonersatzpräparate gehören, macht laut Schätzungen einen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro aus.
„Diese Transaktion ist eine strategische Finanzierungslösung, die unsere Kapitalstruktur stärkt, wobei wir die volle operative Kontrolle über dieses Kerngeschäft der Division Pharmaceuticals behalten“, sagte Finanzvorständin Dr. Judith Hartmann. „Wir steigern damit unsere finanzielle Flexibilität angesichts des in diesem Jahr erhöhten Liquiditätsbedarfs durch Anleihefälligkeiten und Rechtsstreitigkeiten. Zugleich können wir so unsere langfristigen strategischen Prioritäten weiter konsequent umsetzen.“
„Wir sind stolz darauf, in das LARC-Geschäft von Bayer zu investieren – einem ikonischen und weltweit führenden Life-Science-Unternehmen“, sagte Jamshid Ehsani, Partner bei Apollo. „Diese Transaktion spiegelt den zentralen Zweck unserer ‚High Grade Capital Solutions‘-Plattform wider – nämlich Blue-Chip-Unternehmen große Mengen an flexiblem und maßgeschneidertem Kapital zur Verfügung zu stellen – und sie ermöglicht es Bayer, seine Bilanz zu stärken und gleichzeitig die volle operative Kontrolle über sein Kerngeschäft zu behalten.“
Der Abschluss der Transaktion wird – vorbehaltlich der Zustimmung durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden und der üblichen Abschlussbedingungen – für das dritte Quartal erwartet.
Erst vor Kurzem hatte Bayer sein Geschäft mit Glyphosat in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert.