Apothekenkosmetik

Beiersdorf wirbt ohne Apotheken Carolin Bauer, 21.01.2013 13:07 Uhr aktualisiert am 22.01.2013 08:47 Uhr

Schon immer in der Apotheke: Beiersdorf will bei der Werbung für Eucerin auch künftig nicht auf die Apothekenexklusivität abheben. Foto: APOTHEKE ADHOC
Berlin - 

Beiersdorf hält beim Verkauf von Eucerin in den Apotheken die Zügel fest in der Hand: Regelmäßig kontrolliert der Konzern die Einhaltung der Selektivverträge und die Anordnung der Produkte in der Freiwahl. Dass die Kosmetik immer wieder in den Regalen von Drogerieketten steht, konnte Beiersdorf bislang jedoch nicht verhindern. In den aktuellen TV-Spots für Eucerin werden die Apotheken als exklusiver Verkaufsort nicht erwähnt.

Eucerin wird seit den 1980er Jahren im Fernsehen beworben. Seit 2006 laufen Spots für Produkte der Serie Hyaluron-Filler; derzeit läuft eine massive Kampagne zur besten Sendezeit. Der Hinweis, dass die Ware nur in Apotheken bezogen werden kann, fehlt.

Laut Beiersdorf gibt es dafür auch keinen Grund: Historisch gesehen komme die Marke aus der Apotheke und werde seit jeher dort vertrieben: „Unsere Verbraucher wissen daher, wo sie Eucerin kaufen können“, sagt eine Konzernsprecherin. In den TV-Spots werde angesichts der begrenzten Werbezeit daher auf die Wirkung der Produkte abgehoben.

Dass sich Eucerin wie andere Apothekenmarken derzeit verstärkt in Drogerien findet und teilweise sogar als „exklusiv bei dm“ angepriesen wird, ändert aus Sicht von Beiersdorf nichts: Es handele es sich nur um Einzelfälle. „Diese stellen in unseren Augen zum aktuellen Zeitpunkt keine Notwendigkeit für die Anpassung unserer Werbestrategie dar.“

Für Eucerin seien die fachlich adäquate Beratung und die richtige Produktempfehlung für den Verbraucher unabdingbar, so die Sprecherin. „Es ist daher nicht in unserem Interesse, dass die Marke Eucerin außerhalb von Apotheken verkauft wird.“

Beiersdorf setzt beim Vertrieb von Eucerin daher auf Selektivverträge: Seit 2009 werden nur noch Apotheken beliefert, die einen entsprechenden Vertrag unterschrieben haben. Diese Regelung gilt auch für Großhändler.

Eucerin hat seinen Ursprung in den Salbenprodukten Eucerit, die der Chemiker Dr. Isaac Lifschütz 1900 entwickelt hatte. Die Patentrechte für Eucerin gingen 1911 an Beiersdorf. Als erste Produkte wurden Eucerin Jodsalbe, Pulver und Seife im Handel verkauft.

Eucerin ist übrigens nicht der einzige Anbieter apothekenexklusiver Ware, der den Hinweis auf den Bezugskanal weglässt: Almased hatte vor einem Jahr in seinem allerersten TV-Spot lediglich darauf hingewiesen, dass es in den Apotheken kostenlose Almased-Diätpläne gibt. Der Apotheker fehlt im aktuellen Spot, dafür gibt es nun tatsächlich den Hinweis „Erhältlich in Ihrer Apotheke“.