Apobank: Mehr Kunden, mehr Risikovorsorge 26.08.2026 10:08 Uhr
Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) hat ein starkes erstes Halbjahr hingelegt. Doch mit dem Plus bei Kunden und Geschäftsvolumen steigt auch die Risikovorsorge.
Das Kreditneugeschäft erreichte mit 2,8 Milliarden Euro erneut ein hohes Niveau (Vorjahr: 3 Milliarden Euro). Gefragt blieben Finanzierungen für Praxis- und Apothekengründungen, der Bestand hier erhöhte sich im Vergleich zum Jahresende um 5,7 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro. Bei Immobilienkrediten lag er bei 17,1 Milliarden Euro.
In der Vermögensverwaltung für Kunden stieg das betreute Volumen um 17 Prozent auf 11 Milliarden Euro. Damit entfallen inzwischen rund 60 Prozent des gesamten Depotvolumens von 18,1 Milliarden Euro auf das mandatierte Geschäft. Die Apobank hat das Ziel ausgegeben, ein Depotvolumen von 20 Milliarden Euro bis 2023 zu erreichen. Weitere Impulse soll hier ab dem kommenden Jahr das neue Altersvorsorgedepot bringen.
Die Zahl der Kunden wuchs auf knapp 516.800, das waren knapp 3000 mehr als zum Jahreswechsel, während die Zahl der Mitglieder trotz 1300 Neuzugängen weiter auf 110.849 zurückging.
Mit dem gestiegenen Volumen stiegen auch die Einnahmen: Der Zinsüberschuss wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent auf 518 Millionen Euro, der Provisionsüberschuss legte sogar um 13 Prozent auf 109 Millionen Euro zu.
Der Verwaltungsaufwand lag mit 369 Millionen Euro rund 4 Prozent unter Vorjahr. Bei einem stabilen Personalaufwand lag der Sachaufwand inklusive Abschreibungen unter seinem Vergleichswert. Hauptgrund waren niedrigere Aufwendungen für Projekte sowie geringere Aufwendungen für den Bankbetrieb und die IT. Demgegenüber hat sich der Beitrag zum Garantiefonds wegen einer Anhebung des Beitragssatzes der BVR-Sicherungseinrichtung fast verdoppelt.
Das Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge wuchs um 24 Prozent auf 262 Millionen Euro und damit stärker als geplant.
Daher konnte die Apobank zusätzliche Rückstellungen bilden: Während die Risikovorsorge für das operative Geschäft um 17 Prozent auf 48 Millionen Euro zurück ging, wurden mit 92 Millionen Euro fast dreimal so viel als Risikovorsorge mit Reservecharakter eingestellt wie im Vergleichszeitraum und nahezu so viel wie im gesamten Vorjahr. Ursprünglich war nur ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag angesetzt gewesen, doch wegen der positiven Geschäftsentwicklung war eine höhere Dotierung möglich.
Der Jahresüberschuss lag mit 52,5 Millionen Euro leicht über Vorjahr.
CEO Matthias Schellenberg sagte: „Der Gesundheitsmarkt ist im Wandel und mit ihm die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden. Mit Primus 2028 entwickeln wir die apoBank gezielt weiter. Das starke erste Halbjahr bestätigt, dass unsere Strategie greift.“
Und Finanzvorstand Dr. Christian Wiermann ergänzt: „Wir haben im ersten Halbjahr 2026 geliefert. Die Erträge liegen deutlich über Vorjahr und Plan. Im zweiten Halbjahr werden sich die Investitionen in Digitalisierung und in unser Kundengeschäft wieder stärker bemerkbar machen. Wir nutzen diese Investitionen, um unsere Wachstumsstrategie voranzutreiben.“
Die Bilanzsumme lag stabil bei 53,8 Milliarden Euro, genauso wie die harte Kernkapitalquote mit 20 Prozent und die Gesamtkapitalquote mit 21,5 Prozent.