AAD: Medice bringt Perenterol protect 07.09.2026 14:22 Uhr
Der Hersteller Medice bringt Perenterol protect in die Apotheken. Das neue Produkt ist ein Nahrungsergänzungsmittel und soll bei der Einnahme von Antibiotika das Auftreten von Durchfall verhindern.
Wie der Klassiker enthält Perenterol protect die Hefe Saccharomyces boulardii CNCM I-745. Allerdings sind nur 200 mg medizinische Trockenhefe enthalten; bei Perenterol forte und Perenterol junior sind es mit 250 mg etwas mehr. Auf der Packung der beiden bekannten Produkte steht zwar Saccharomyces cerevisiae Hansen CBS 5926. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um eine andere Nomenklatur.
Außerdem sind 47 mg Vitamin C sowie 7 µg Vitamin D3 enthalten, die Zusätze sollen vor oxidativem Stress schützen beziehungsweise das Immunsystem stärken.
Der wichtigste Unterschied ist aber, dass Perenterol protect nicht als Arzneimittel, sondern als Nahrungsergänzungsmittel vertrieben wird. Der Klassiker ist nur zur symptomatischen Behandlung akuter Diarrhöen zugelassen sowie zur Vorbeugung und symptomatischen Behandlung von Reisediarrhöen sowie Diarrhöen unter Sondenernährung. Außerdem kann das Produkt noch zur begleitenden Behandlung bei chronischen Formen der Akne eingesetzt werden.
Die Vorbeugung einer antibiotika-assoziierten Diarrhö (AAD) ist nicht von der Zulassung abgedeckt. Daher hat sich der Hersteller entschieden, das Präparat als Nahrungsergänzungsmittel einzuführen. Die Auslieferung an die Apotheken ist bereits gestartet, ab September soll der Abverkauf beginnen.
Die Beschränkungen zum Einsatz von Hefe bei Durchfallerkrankungen hat Medice übernommen: „Nicht geeignet für Personen mit zentralem Venenkatheter, immunsupprimierte oder hospitalisierte Personen“, heißt es auf der Verpackung. Hintergrund ist das Risiko für Candidosen bei immungeschwächten Personen.
Medizinische Hefe wirkt laut Medice, indem Erreger gebunden und deren Giftstoffe neutralisiert werden. Außerdem werde die Regeneration des Darms unterstützt, ohne die natürliche Darmbewegung zu beeinträchtigen. Die lyophilisierten Hefen sind wärmeunempfindlich und unmittelbar einsatzbereit. Schon kurz nach der Einnahme werden die Hefen im Körper reaktiviert.
Medice hatte sich die Rechte für Perenterol im Jahr 2012 gesichert; Lizenzgeber ist der französische Hersteller Biocodex. Gerade wurde das Verpackungsdesign auch für die beiden bisherigen Produkte überarbeitet.
Perenterol ist der Marktführer unter den Präparaten mit Trockenhefe; Alternativen sind Eubiol (Pädia), Perocur (Hexal) und Yomogi (Ardeypharm).