Störung bei D-Trust

TI-Ausfall: Ein Viertel weniger E-Rezepte 09.09.2026 15:33 Uhr

Berlin - 

Ein massiver Ausfall der Telematikinfrastruktur (TI) legte am Montag viele Apotheken lahm und beeinträchtigte die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Die Panne lässt sich auch bei der Zahl der eingelösten E-Rezepte nachvollziehen.

Bei der Anzahl der täglich eingelösten E-Rezepte, wie sie von der Gematik erfasst werden, zeigt sich regelmäßig dasselbe Bild: Der Montag fällt schwach aus, er liegt in der Regel sogar unter dem Samstag. Am Dienstag folgt dann ein steiler Anstieg mit Plateauphase bis Freitag.

Im Durchschnitt werden an diesen starken Wochentagen zwischen 2,2 und 2,3 Millionen E-Rezepte eingelöst. Am Samstag und Montag ist etwas mehr als die Hälfte, am Sonntag sind es nur einige Zigtausende. Seit Beginn der Sommerferien liegt die Zahl durchweg niedriger, dann sind es zwischen 1,9 und 2 Millionen E-Rezepte pro Tag.

Am Montag kam es ab 12:45 Uhr zu einer massiven Störung der TI, die erst am Dienstagmorgen behoben werden konnte. Betroffen von den massiven Einschränkungen waren Nutzer der SMC-B und HBA von D-Trust.

Dass in den Apotheken nichts mehr ging, sieht man auch bei der Zahl der eingelösten E-Rezepte: Gerade einmal 893.249 Verordnungen wurden bearbeitet, das waren rund ein Viertel weniger als üblich.

Ironie der Geschichte: Am selben Tag wurde eine Vorabspezifikation der Gematik für PoPP bekannt. Dabei handelt es sich um ein neues Verfahren zum Versicherungsnachweis, das CardLink ab dem kommenden Jahr ersetzen soll und das vor allem den Versendern weitere Erleichterungen bringen wird.

TI soll stabiler werden

Mit dem Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) soll die Betriebsstabilität der TI verbessert werden. Bei der Präsentation des Vorhabens hatte die damalige Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gesagt, dass es zu viele Komponenten in der TI gebe. Falle ein Baustein aus, liege schnell das ganze System lahm. Das habe man beim E-Rezept immer wieder gesehen. Konkrete Zahlen konnte sie nicht nennen; die Situation sei nicht dramatisch, versicherte sie. Wenn man aber ein Problem erkannt habe, müsse man es auch angehen.

Vorgesehen sei eine Vereinfachung der TI, denn derzeit sei das System zu komplex. Man brauche verlässliche technische Systeme und klare Regeln für die Betreiber: So solle die Gematik dahingehend gestärkt werden, dass sie mehr Durchgriffsrechte bekomme. Dies solle vor allem regulatorischer Natur sein, indem mehr Vorgaben zur Stabilisierung des Systems gemacht werden könnten.