Drive-in-Testzentrum

Testapotheker: „Ich will damit kein Geld verdienen“ Carolin Ciulli, 22.03.2021 15:17 Uhr

  • Scheibe runter: Apotheker Dr. Erol Yilmaz hat sich nach langem Überlegen doch für ein Testzentrum entschlossen. Foto: Central-Apotheke
Berlin -

Immer mehr Apotheken bieten Testzentren an. Doch manche lehnen die Dienstleistung auch ab. Dr. Erol Yilmaz aus Witten zögerte lange, bevor er mit im Boot war. Seit heute bietet er Antigen-Schnelltest auf Sars-Cov-2 an. Die Vorteile überwogen.

Auf dem Weg zum eigenen Testzentrum begegneten Yilmaz mehrere Hürden. „Muss ich dafür ein Gewerbe anmelden“, fragte sich der Inhaber der Central-Apotheke in Witten. In den Räumen seines Betriebes wollte er keine Coronatests anbieten. „ich habe mich lange gegen ein Testzentrum gesträubt.“ Schließlich fand er hinter seinem Betrieb geeignete Räume für ein Drive-in-Testzentrum.

Seit heute testet er von 11 bis 14 Uhr täglich. „Damit kommen wir theoretisch auf die geforderten 20 Mindeststunden“, so Yilmaz. Die Kunden müssen sich online anmelden. Es gibt drei Parkplätze für Wartende. In der Apotheke werde aber auch bei der Registrierung geholfen. Die Tests würden von geschultem Personal durchgeführt, das Ergebnis ist nach 15 Minuten bereit. Jeder könne sich testen lassen, nicht nur Autofahrer. „Ich überlege, ein Zelt für Passanten aufzustellen, falls es regnet.“

Yilmaz appelliert an alle Kollegen, ebenfalls zu testen. „Es gibt viele, die sagen, dass es sich finanziell nicht lohnt. Ich will damit aber gar kein Geld verdienen. Ich sehe es als Dienst für die Bevölkerung.“ Natürlich müsse der Betrieb wirtschaftlich sein. Der 1000 Euro Zuschuss vom Land sei hilfreich.

Der Apotheker freut sich über den Rückhalt des Apothekerverbandes. „Dort ist man sehr bemüht“, lobt er die Unterstützung beim Aufbau des Zentrums. Er wünscht sich, dass dieses Engagement noch stärker in der Öffentlichkeit ankommt. „Die Arbeit muss mehr nach außen transportiert werden. Das ist die Chance für uns Vor-Ort-Apotheken zu zeigen, wie wir uns von Online-Apotheken unterscheiden.“