Corona-Pandemie

Preis: Bürger suchen Rat in Apotheken dpa, 26.02.2020 14:01 Uhr aktualisiert am 26.02.2020 15:11 Uhr

Berlin - 

Viele Menschen in Nordrhein-Westfalen suchen wegen des Corona-Virus Rat in der Apotheke. „Wir haben seit Wochen, aber besonders in den letzten Tagen großen Beratungsbedarf festgestellt“, sagt Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein. Besonders die Nachfrage nach Mundschutzmasken sowie Flächen- und Hand-Desinfektionsmitteln sei stark gestiegen. Masken seien bundesweit kaum noch verfügbar, sagte Preis. Eine Maske schütze in den meisten Fällen aber ohnehin nicht vor einer Infektion. Lediglich bei Fachpersonal und Menschen, die selbst erkrankt sind, könne ein Mundschutz sinnvoll sein.

Menschen, die vorsorgen wollen, riet Preis zu einer Grippeschutzimpfung. Wenn im schlimmsten Fall Grippe und Corona-Viruserkrankung zusammenkämen, sei das eine besonders starke Belastung für den Organismus. Unterdessen meldet Nordrhein-Westfalen einen zweiten bestätigen Coronavirus-Fall. Wie das Universitätsklinikum Düsseldorf mitteilte, werden dort aktuell zwei Patienten behandelt, die infiziert sind. „Bei der zweiten Person, aus dem engen persönlichen Umfeld des Patienten, liegt nun auch ein positives Testergebnis vor“, hieß es in einer Mitteilung. Ob es sich dabei um die Ehefrau des ersten Patienten aus dem Kreis Heinsberg handele, wollte ein Sprecher auf Anfrage nicht kommentieren.

Die ansteigende Zahl von Corona-Fällen Europa führen zu einem erhöhten Informationsbedarf der Bevölkerung. Deutsche Gesundheitsbehörden haben mit hohen Zugriffszahlen bei ihren Internet-Angeboten zu kämpfen. Vor dem Hintergrund des Coronavirus seien die Server überlastet, hieß es auf Anfrage bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die etwa die Seite www.infektionsschutz.de betreibt. An dem Problem werde gearbeitet.

Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin twitterte: „Der Zugriff auf die RKI-Internetseite ist derzeit eingeschränkt, wegen stark erhöhter Zugriffszahlen. Wir bemühen uns darum, dies so schnell wie möglich zu beheben.“ Das Bundesgesundheitsministerium hatte ebenfalls auf Twitter von der eingeschränkten Verfügbarkeit der Startseite der eigenen Webseite berichtet.

Auch in Hessen sorgt die Furcht vor dem Coronavirus für einen Ansturm auf Apotheken in Hessen. „Atemmasken und Desinfektionsmittel sind stark gefragt“, sagte Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.
Mancherorts seien Atemmasken nicht mehr verfügbar und auch Desinfektionsmittel nur bedingt von den Großhändlern lieferbar.

Es sei allerdings „völlig überzogen“, in der jetzigen Situation in Deutschland Atemmasken zu tragen, betonte Funke. Wichtig für die Bevölkerung sei Handhygiene. „Mindestens 20 Sekunden mit Seife waschen, Fingerkuppen und Daumen nicht vergessen, am besten anschließend desinfizieren.“ Auch solle man nicht in die Hände husten oder niesen, sondern in die Armbeuge.

Prinzipiell sei das neuartige Coronavirus vor allem für ältere Menschen, Krebspatienten und Leute mit schwachem Immunsystem gefährlich. Das Coronavirus Sars-CoV-2 sei in Deutschland nicht mehr aufzuhalten, meint Funke. „Es wird auch in Hessen Fälle geben, da bin ich sicher.“ Für die Menschen in Deutschland sei es nicht nötig, im Alltag Atemmasken zu tragen, betonte auch die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Ein einfacher Mund-Nasen-Schutz, wie ihn Ärzte bei medizinischen Eingriffen nutzen, schütze nicht zuverlässig vor einer Ansteckung mit dem neuen Virus. „Sie sind dafür konzipiert, die Umwelt vor einem infizierten Träger zu schützen.“