Maximal 30 Dosen je Arzt

Biontech: Es wird noch weniger Patrick Hollstein, 26.11.2021 08:58 Uhr

  • Nachdem bereits die Impfstoffmengen für die kommende Woche drastisch gekürzt wurden, fällt für KW 49 schon die maximale Bestellmenge niedriger aus. Foto: APOTHEKE ADHOC
Berlin -

In dieser Woche wurden die Bestellungen der Praxen für Biontech um die Hälfte gekürzt, für die kommende Woche senkt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) gleich vorab die maximale Bestellmenge. Ein Grund ist die Rekordzahl von 100.000 Ärztinnen und Ärzten, die sich an der Impfkampagne beteiligen – bei gleichzeitig fehlendem Impfstoff.

Den Impfstoff für die Woche vom 6. bis 12. Dezember (KW 49) müssen die Arztpraxen bis Dienstag bestellen. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) wird der Bund insgesamt nur etwa 2,9 Millionen Dosen Comirnaty bereitstellen. Wie viele Dosen hiervon an niedergelassene Ärztinnen und Ärzte und wie viele an Impfzentren, Impfteams und Betriebe gehen, konnte das BMG laut KBV nicht mitteilen.

Maximal 30 Dosen

Festgelegt wurde allerdings bereits die Höchstbestellmenge von 30 Dosen, also fünf Vials pro Arzt oder Ärztin. „Abhängig von der Zahl der bestellenden Ärztinnen und Ärzte müssten Praxen sich allerdings darauf einstellen, dass sie weniger als 30 Dosen erhalten (zwischen 18 und 24)“, so die KBV.

Weiterhin ohne Höchstmenge bestellt werden kann der Impfstoff von Moderna. Laut BMG stehen in KW 49 insgesamt 7,2 Millionen Dosen zur Verfügung. „Eine Garantie, dass die Praxen vollumfänglich beliefert werden können, konnte das BMG aber auch für Spikevax nicht geben.“ Am Dienstag muss übrigens wieder bis 12 Uhr bestellt werden, danach können Apotheken laut KBV keine Bestellungen mehr annehmen. „Die Bestellung erfolgt ausschließlich in der Apotheke, von der üblicherweise auch der Praxisbedarf bezogen wird.“

Rekordzahl an Ärzt:innen

Laut KBV hatten die Arztpraxen für die kommende Woche rund 8,57 Millionen Impfstoffdosen bestellt, davon 4,65 Millionen Dosen von Biontech. Angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen und wegen der Aufrufe der Bundesregierung zu schnellen Booster-Impfungen haben sich mehr Ärztinnen und Ärzte als je zuvor beteiligt: Rund 100.000 Mediziner:innen haben Impfstoffe bestellt.

Etwa die Hälfte der Bestellungen kann nicht bedient werden, sodass die Praxen deutlich weniger Impfstoff erhalten. Insgesamt erhalten die Praxen nur 2,5 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs. Es fehlen also rund zwei Millionen Dosen, die Bestellungen wurden gekürzt – von den maximal 48 Dosen auf 24 bis 30 Dosen je Praxis. Für Impfzentren und Impfteams müssten in der kommenden Woche 1,5 Millionen Dosen zur Verfügung stehen, wenn man von den insgesamt verfügbaren 2,9 Millionen Dosen laut Lieferstatitik des BMG sowie den 1 Millionen zusätzlich vorab gelieferten Dosen ausgeht.

Auch bei Moderna ist die Bestellmenge auf fast vier Millionen Booster-Dosen angestiegen. Diese Bestellungen sollten nach den ursprünglichen Angaben des BMG in vollem Umfang ausgeliefert werden. Laut KBV kommt es jedoch auch hier regional zu Kürzungen. In der BMG-Statistik sind hier nur 2,9 Millionen Dosen aufgeführt – eine Millionen Dosen weniger, als laut Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung bestellt wurden.

Massive Probleme erwartet

„Dies stellt die Niedergelassenen zum wiederholten Male vor massive Probleme, mit denen ihr enorm hohes Engagement ohne Not ausgebremst wird“, kritisierte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Gassen. „Die Praxen legen teilweise Sonderschichten ein, um noch vor Weihnachten so viele Menschen wie möglich zu impfen. Und jetzt mangelt es erneut an Impfstoff“, sagte KBV-Vizechef Dr. Stephan Hofmeister.

Gassen und Hofmeister forderten die Politik auf, endlich ihrer Verantwortung nachzukommen und wie zugesagt ausreichend Impfstoff zur Verfügung zu stellen. Ansonsten würden die Ärztinnen und Ärzte massiv behindert.