Kompressionsartikel

Strumpf-Flaute in Apotheken Yvette Meißner, 28.04.2011 10:07 Uhr

Berlin - 

Kompressionsstrümpfe gehören zum Standardsortiment in der Apotheke. Sie werden zur Therapie von Venenleiden wie Krampfadern und venöser Insuffizienz oder nach Operationen eingesetzt und mehrheitlich auf Rezept abgegeben. Der Markt entwickelt sich leicht positiv. Dagegen ist das Geschäft mit Stützstrümpfen, die weniger komprimierend wirken und daher prophylaktisch eingesetzt und überwiegend selbst bezahlt werden, seit Jahren rückläufig.

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Nielsen verkauften die Apotheken im vergangenen Jahr Kompressionsstrümpfe im Wert von 25,6 Millionen Euro (plus 2 Prozent). Von den 444.000 Packungen (plus 3 Prozent) wurden 83 Prozent verordnet. Weil auf Rezept 63 Euro pro Packung abgerechnet werden können, der Privatkunde aber nur 31 Euro zahlt, liegt der GKV-Anteil nach Umsatz sogar bei 90 Prozent.

Anders bei Stützstrümpfen: Zwar sind auch hier Verordnungen doppelt so teuer wie Selbstkäufe. Doch Stützstrümpfe werden von den Kassen in der Regel nicht bezahlt, nur 5 Prozent des Umsatzes werden auf Rezept abgerechnet. Insgesamt wurden 2010 in den Apotheken 435.000 Packungen (minus 7 Prozent) im Wert von 7,3 Millionen Euro (minus 11 Prozent) abgegeben. Offenbar kaufen die Deutschen Stützstrümpfe immer seltener in der Apotheke: Im Dreijahresvergleich brach das Geschäft um ein Fünftel ein.

Nur wenige Marken sind daher apothekenexklusiv, etwa Belsana (Ofa Bamberg), Varilind (Deutsche Chefaro) oder die Strümpfe des Herstellers Spring Medical. Compressana beliefert hauptsächlich Apotheken, andere Firmen wie Medi, Bauerfeind oder Ofa sehen ihren Schwerpunkt dagegen im Sanitätshaus. Rund 30 Anbieter gibt es in diesem Segment; laut Nielsen machen die fünf größten Marken bei Kompressionsstrümpfen 75 Prozent und bei Stützstrümpfen sogar 90 Prozent des Marktes aus.

Bei der Auswahl gibt es unzählige Variationsmöglichkeiten. Alleine Belsana hat mehr als 6000 fertige Modelle im Sortiment. Jedes zweite Produkt davon wird aber praktisch nie nachgefragt und hergestellt. Weil Kompressionsstrümpfe genau an die Beinform angemessen werden müssen und auch Stützstrümpfe offenbar überwiegend vor Ort gekauft werden, haben Versandapotheken im gesamten Bereich lediglich einen Anteil von 1 Prozent. Maßanfertigungen sind in der Nielsen-Analyse nicht berücksichtigt; die Erhebung bezieht sich ausschließlich auf Pharmazentralnummern.