KI-System

Niedersachsen stellt Notdienst um 10.04.2026 14:58 Uhr

Berlin - 

Wie viele andere Bundesländer will auch Niedersachsen in Sachen Notdienst nachziehen. Zum Jahreswechsel will die Apothekerkammer eine neue Notdienstplanung etablieren. Statt eines regelmäßigen Turnus soll ein rhythmisches Konzept her, das mittels Künstlicher Intelligenz (KI) gesteuert wird.

„Die Apothekerkammer Niedersachsen stellt ihr Notdienstsystem zum 1. Januar 2027 auf ein digitales algorithmisches System in Zusammenarbeit mit der Firma SBerg um“, erklärt eine Sprecherin auf Anfrage. Damit sei auch eine Abkehr von den bisher etablierten Notdienstkreisen und der typischen rhythmischen Notdienstplanung verbunden. In diesem Zuge seien außerdem die Entfernungswerte moderat erweitert worden: „Die Kammer legt in Abstimmung mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung eine Entfernung von 25 Straßenkilometern statt bisher 20 km in ländlichen Regionen bei der Verplanung zugrunde“, so die Sprecherin. Für die Patientinnen und Patienten könnten die Wege folglich minimal länger werden.

Wenig Änderung in Großstädten

Mit der Systemumstellung soll die Anzahl der Notdienste gleichmäßiger auf alle Apotheken in der Fläche verteilt werden. Dies soll mit teilweisen Entlastungen verbunden sein. Für Apotheken in den größeren Städten Niedersachsens, wie beispielsweise Hannover, Braunschweig oder Oldenburg, prognostiziert die Kammer dagegen – abgesehen von den arhythmisch verteilten Notdiensten – wenig grundlegende Änderungen.

Außerdem verzichtet die Apothekerkammer mit der Umstellung der Notdienstplanung vorerst auf Ergänzungs- beziehungsweise Teildienste, die bisher nicht vergütet wurden. „Die Kammer hält grundsätzlich Teildienste für eine sinnhafte Ergänzung in der Notdienstversorgung. Sie behält sich insofern vor, solche Dienste auch wieder in das Notdienstsystem einzubinden, sofern der Gesetzgeber sich für eine Vergütung entscheidet und Teildienste in Regionen sachgerecht sind“, erklärt die Sprecherin.