Lieferengpässe kosten 20 Stunden pro Woche 05.06.2026 07:56 Uhr
20 Stunden pro Woche wendeten Apotheken im vergangenen Jahr im Durchschnitt für die Bearbeitung von Lieferengpässen auf. Das geht aus den „Zahlen, Daten, Fakten 2026“ der Abda hervor. Kein Wunder, dass Lieferengpässe auch 2025 zu den größten Ärgernissen im Berufsalltag zählten (66 Prozent).
Im vergangenen Jahr gab es 1514 Lieferengpassmeldungen – 1041 PZN steckten dahinter. Besonders stark betroffen waren Psychopharmaka mit 173 Meldungen und einer durchschnittlichen Engpassdauer von 230 Tagen sowie Antidepressiva mit 130 Meldungen und einer Ausfallzeit von durchschnittlich 107 Tagen. Aber auch Lipidsenker (89 Meldungen, 156 Tage) und Antibiotika (85 Meldungen, 122 Tage) waren häufig von Engpässen betroffen.
Längere Ausfälle waren bei Urologika (im Durchschnitt rund 300 Tage), Antidementiva (im Durchschnitt rund 400 Tage) und Lokalanästhetika (im Durchschnitt rund 560 Tage) zu verzeichnen. Dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wurden 797 Engpässe bei versorgungsrelevanten Wirkstoffen gemeldet.
20,1 Stunden pro Woche
Lieferengpässe zu managen, ist mit einem großen Zeitaufwand in der Apotheke verbunden. Durchschnittlich werden 20,1 Stunden pro Woche dafür aufgewendet, Alternativen zu finden und Rücksprachen zu halten. Damit liegen deutsche Apotheken im europäischen Vergleich weit über dem Durchschnitt von zwölf Stunden.
Der Austausch ist, wenn er überhaupt möglich, mit verschiedenen Herausforderungen verbunden. Dazu gehören:
- Arztrücksprachen (72 Prozent)
- Verfügbarkeitsanfragen beim Großhandel (69 Prozent)
- Patientenkommunikation (67 Prozent)
- Prüfung von Erstattungs- und Krankenkassenvorgaben (53 Prozent)
- Organisation von Botendiensten (32 Prozent); 2025 wurden rund 26 Millionen Botendienste zulasten der Kassen abgerechnet
Auch wenn der Aufwand hoch ist, scheinen sich Apotheken an die Aufgaben gewöhnt zu haben. Im Vergleich zu 2024 zählen Lieferengpässe mit nur noch mit 66 Prozent zu den größten Ärgernissen. Zuvor waren es 83 Prozent und 2023 knapp 90 Prozent.