Technologie statt Mensch

Kein Engpassberuf: Apotheker zu 47 Prozent ersetzbar 14.07.2026 09:00 Uhr

Berlin - 

In Apotheken herrscht Fachkräftemangel. Doch als Engpassberufe zählen Apotheker:inenn und PTA nicht mehr, wie die Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit für 2025 zeigt, die im Mai veröffentlicht wurde. Mehr noch: Ein Teil der Tätigkeiten des pharmazeutischen Personals kann durch Computer oder computergesteuerte Maschinen ersetzt werden.

„13 Berufsgattungen, für die 2024 noch ein Engpass festgestellt wurde, waren 2025 keine Engpassberufe mehr“, heißt es von der Arbeitsagentur. Dazu gehören auch Apotheker:innen und Pharmazeut:innen. Sie werden in der Analyse nur noch bei den Berufen mit einem Risiko eingestuft. In der Analyse aus dem vergangenen Jahr für 2024 sah es bei den Apotheker:innen noch eng aus. Hier lag der Gesamtwert der Engpassindikatoren bei 2,2 – im Vergleich zu den Vorjahren mit 2,5 (2023) und 2,7 (2022) war ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Eine offene Stelle blieb im Median 96 Tage unbesetzt. Dabei war die Zahl der Apotheker:innen laut der Abda im Vergleich zum Vorjahr mit rund 53.200 Beschäftigten stabil geblieben.

Von den sechs betrachteten Bundesländern – Niedersachsen/Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Berlin/Brandenburg – ist der Engpass in Niedersachsen/Bremen am größten – dort lag der Wert bei 2,5. „Es kann davon ausgegangen werden, dass auch in den nicht bewerteten Ländern die Situation überwiegend von Engpässen gekennzeichnet ist“, so die Arbeitsagentur im vergangenen Jahr.

Apotheker:innen und PTA sind substituierbar

Kurios ist der Blick auf das „Substituierbarkeitspotenzial“. Dieses gibt laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) an, „in welchem Ausmaß Berufe gegenwärtig potenziell durch den Einsatz von Computern oder computergesteuerten Maschinen ersetzbar sind. Es entspricht dem Anteil an wesentlichen Tätigkeiten in einem Beruf, die schon heute durch den Einsatz moderner Technologien übernommen werden könnten.“ Das Substituierbarkeitspotenzial liegt bei Apotheker:innen bei 47 Prozent.

Für PTA liegt der Wert bei fast 77 Prozent – ein Großteil der PTA-Tätigkeiten könnte der Analyse zufolge somit womöglich ersetzt werden. Dies gilt zumindest im Hinblick auf die technische Machbarkeit.

Zudem ist bei Apotheker:innen die Teilzeitquote mit 54 Prozent hoch und auch die Aspekte berufliche Mobilität und Arbeitsstellenbestandsquote fallen nur geringfügig besser aus als bei den PTA, bei denen die Teilzeitquote mit 58 Prozent überdurchschnittlich hoch ist. Im Gegensatz dazu fallen die berufliche Mobilität – unter anderem die Aufstiegschancen – sowie die Arbeitsstellenbestandsquote – die Sicherheit des Arbeitsplatzes – stark unterdurchschnittlich aus.

Im Juni 2025 waren hierzulande 74.058 Personen sozialversicherungspflichtig als PTA beschäftigt, zeigen die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Das sind rund 700 weniger als im Vorjahr. Damit hat sich die Personalsituation wieder etwas verschärft. Dennoch gehört der PTA-Beruf weiterhin nicht mehr zu den Berufsgruppen, für die ein Engpass festgestellt wurde.

Für die Analyse wird die Personalsituation der Berufe nach einem Punktesystem von 0 bis 3 eingeordnet. Liegt der Gesamtwert zwischen 2,0 bis einschließlich 3,0 Punkten, so handelt es sich um einen Engpassberuf. Für PTA lag der Wert im Jahr 2024 bei 1,8 Punkten. Für 2025 findet sich das Berufsbild gar nicht mehr auf der Liste der Berufe mit einem möglichen Engpass. Stattdessen sind PTA bei den Fachkräften mit Risiko eingeordnet. Sprich, es besteht die Gefahr, dass ein Engpass auftreten könnte.