Alle 20 statt 13 Tage

Brandenburg: Modellprojekt zum Notdienst 03.02.2026 14:41 Uhr aktualisiert am 04.02.2026 14:30 Uhr

Potsdam - 

In Brandenburg wird der Apothekennotdienst neu organisiert. Ab März solle jede öffentliche Apotheke alle 20 Tage zum Notdienst verpflichtet sein, sagte eine Sprecherin der Landesärztekammer. Bisher war in den meisten Kreisen ein 13-tägiger Turnus üblich. „Für viele Apotheken bedeutet dies eine spürbare Reduzierung der jährlichen Dienstbelastung.“ Aber: „Für den Patienten kann es längere Wege bedeuten.“ 

Es sei eine Kompromisslösung, um die vorhandenen Ressourcen bestmöglich zu nutzen. Denn würden die Apotheken aufgrund der Arbeitsbelastung wegbrechen, könnten diese auch keine Notdienste mehr anbieten.

Die Neuregelung tritt zum 1. März in Kraft und wird zunächst bis zum 31. Dezember als Modellprojekt umgesetzt. Danach soll das System evaluiert werden.

Die Situation der Apotheken ist in Brandenburg teilweise angespannt. Wie auch bundesweit stellen erhöhte Arbeitsbelastung, gestiegene Kosten und eine geringe Vergütung zunehmend größere Herausforderungen dar. In den letzten Jahren sank die Zahl der Apotheken; Ende 2025 gab es noch 523 Apotheken, sechs weniger als Ende 2024. Zudem gebe es aktuell mehr als 100 Apotheken, in denen der Inhaber der einzige Approbierte ist. „Wir hoffen, mit dieser Maßnahme die verbliebenen Apotheken entlasten und erhalten zu können“, erklärt die Kammer auf Nachfrage. Durch die Neuregelung entstehen zwar etwas weitere Wege für die Patienten, allerdings sei darauf geachtet worden, dass die Entfernungen zumutbar blieben.

Hinzu komme der wachsende Versender-Markt; Vor-Ort-Apotheken würde das Geschäft abgegraben, aber keine Notdienste übernommen, schreibt die Nachrichtenagentur dpa.