Entgeltatlas

Apothekengehälter deutlich unter Durchschnitt 22.07.2026 15:42 Uhr

Berlin - 

Dass das Gehalt für viele Apothekenangestellte zu gering ausfällt, wird immer wieder diskutiert. Und daran hat sich auch 2025 nichts geändert. Demnach haben PTA rund 900 Euro unter Durchschnitt verdient. Und auch beim Gehalt von Apotheker:innen gibt es Luft nach oben, wie aktuelle Zahlen aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit ergeben.

4217 Euro – so hoch lag das bundesweite monatliche Medianentgelt im Jahr 2025. Das sind rund 200 Euro mehr als im Vorjahr (4013 Euro). Insgesamt sind die Entgelte von Vollzeitbeschäftigten hierzulande deutlich gestiegen, machen die Expert:innen deutlich. Das gilt auch für PTA. Doch trotz Steigerung um mehr als 120 Euro pro Monat im Vergleich zum Vorjahr, liegen PTA mit ihrem Gehalt 900 Euro unter dem Durchschnitt.

Das Mediangehalt entspricht laut der Arbeitsagentur nicht dem „Durchschnittsgehalt“ im engeren Sinne. Stattdessen wird darunter verstanden, dass eine Hälfte der Beschäftigten ein Entgelt unter der genannten Summe erzielt, während die andere Hälfte darüber liegt. Grundlage für die Berechnungen sind die Meldungen der Arbeitgebenden zur Sozialversicherung. Da Löhne und Gehälter jedoch nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung gemeldet werden, ist das tatsächlich erzielte Entgelt nicht für alle Beschäftigten bekannt.

Im Median 3316 Euro: PTA verdienen 900 Euro unter Durchschnitt

Für das Jahr 2025 betrug das Mediangehalt für PTA 3316 Euro. Dabei ergeben sich jedoch mitunter deutliche Unterschiede. So lag das untere Quartil bei 2761 Euro, das obere bei 3852 Euro. Das bedeutet: Bei einem Viertel der PTA blieb das Gehalt 555 Euro unter dem Median von 3316 Euro. Hinzu kommt, dass PTA auch im Vergleich zu anderen Vollzeitkräften mit anerkanntem Berufsabschluss deutlich weniger verdienten. Denn das Medianentgelt wird mit 4069 Euro angegeben – eine Summe, die nicht einmal von Kolleg:innen erreicht wurde, die mit ihrem Gehalt im oberen Quartil lagen.

Außerdem fallen die regulären Tarifgehälter in der Regel niedriger aus. Selbst ab dem 15. Berufsjahr kommen PTA im Tarifgebiet des Arbeitgeberverbands Deutscher Apotheken nur auf 3267 Euro und somit knapp 50 Euro/Monat weniger als das Mediangehalt. In Sachsen sind es sogar nur 3142 Euro ab dem sechsten Berufsjahr. Demgegenüber verdienen Kolleg:innen in Nordrhein ab dem zehnten Berufsjahr geringfügig mehr – 3226 Euro/Monat (inklusive Sonderzahlung).

Und dann sind da noch die Unterschiede nach Geschlecht und nach Arbeitsort. Weibliche PTA verdienten demnach im Median 3289 Euro, männliche Kollegen dagegen knapp 360 Euro pro Monat mehr (3648 Euro). In Berlin lag das Mediangehalt mit 3713 Euro zudem am höchsten, während es in Sachsen nur 3050 Euro waren.

Was gilt bei Apotheker:innen?

Laut Entgeltatlas lag das Medianentgelt für Apotheker:innen bei 5404 Euro pro Monat und damit knapp 150 Euro höher als im Vorjahr (5259 Euro). Damit landeten Approbierte zwar über dem allgemeinen Mediangehalt von Vollzeitkräften, im Vergleich zum Mediangehalt anderer akademischer Berufe von 6146 Euro jedoch deutlich darunter. Zudem verdiente ein Viertel der Apotheker:innen nur 4443 Euro – damit blieben sie einerseits knapp 1000 Euro unter dem Mediangehalt in der Berufsgruppe, andererseits rund 1700 Euro unter dem Mediangehalt für Akademiker:innen. Immerhin ein Viertel der approbierten Kolleg:innen überschritt das Mediangehalt der Apotheker:innen um knapp 1000 Euro (6376 Euro) und das anderer Akademiker:innen um rund 200 Euro.

Auch bei den Apotheker:innen zeigte sich eine Gender Pay Gap, die bei rund 700 Euro lag – 5215 Euro für Apothekerinnen vs. 5902 für Apotheker. Das höchste Gehalt gab es für Kolleg:innen in Rheinland-Pfalz (5691 Euro), das niedrigste in Sachsen (4940 Euro).