VISION.A Awards

Pillen-Kick für Apotheker ohne Grenzen Maria Hendrischke, 20.03.2016 08:29 Uhr

Berlin - 16 Fußbälle, umgangssprachlich „Pillen“, rollten von Apotheken zu Großhändlern und Herstellern bis in Pharmazieinstituten. Mit der Aktion wollte Apotheker ohne Grenzen (AoG) auf sich aufmerksam machen. Die Kampagne „Die Pille rollt“ hat die Jury überzeugt: Bei den VISION.A Awards schaffte es die Hilfsorganisation mit dem Projekt in der Kategorie CSR.Vision (nachhaltige Corporate Social Responsibility Initiativen) auf den zweiten Platz.

In jedem Bundesland war ein Ball unterwegs. Startpunkt war jeweils eine Apotheke, in der ein Apotheker den Ball in Bewegung brachte: Als Pate war er dafür verantwortlich, dass der Ball weiter gereicht wurde. Dokumentiert wurden die Zwischenstopps mit Geschichten und Schnappschüssen, die im Internet auf einem Blog und bei Facebook gepostet wurden. Zudem durfte jeder Partner auf den Bällen unterschreiben.

Laut Projektinitiator Jochen Wenzel ging es in erster Linie darum, mit der Aktion AoG bekannter zu machen: „Viele wissen nicht, dass es uns gibt, selbst viele Apothekenangestellte.“ Die Idee war nach dem WM-Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft entstanden: „Auf die Fußbälle sind wir wegen der Doppelbedeutung von Pille gekommen – für Fußball und für Tabletten“, erklärte Wenzel.

Innerhalb von wenigen Wochen habe die Regionalgruppe Mecklenburg-Vorpommern die Kampagne organisiert, berichtete er. Die Aktion startete schließlich am 2. März 2015, als die Bälle über die Post oder Großhändler an die Paten ausgeliefert wurden. Die „Pillen“ fürs Saarland, Hamburg und Bremen rollten mit ein paar Tagen Verspätung los.



Bei der Feier zum 15-jährigen Bestehen der Organisation kamen alle Bälle am 25. April 2015 in Berlin wieder zusammen. Sie hatten einiges erlebt: Eine „Pille“ wurde von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) unterschrieben, eine andere war bei der Mannschaft von Hertha BSC Berlin. Der Bremer Ball hatte die weiteste Reise zurückgelegt und Paris besucht. Ein Teil der Fußbälle wurde für insgesamt mehr als 1000 Euro versteigert, einige reisten mit Helfern in Projektländer.

Die Hilfsorganisation gibt es seit 2000. Sie gehört zur internationalen Bewegung „Pharmaciens sans frontières“ (PSF), die 1985 in Frankreich entstand. AoG engagiert sich dafür, nach Katastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen die medizinische Versorgung vor Ort zu koordinieren.

Zudem zielen langfristige Projekte auf die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern ab. Derzeit ist AoG in Argentinien, Kenia, Mexiko, der Republik Moldau, Nepal, auf den Philippinen und in Tansania aktiv. Die Einsatzkräfte arbeiten mit Projektpartnern aus den entsprechenden Ländern zusammen. Mehr als 1200 Mitglieder engagieren sich für die Organisation; die meisten davon sind Apotheker oder PTA.