Blaustein

Rezeptfälscher lässt Polizei in Apotheke sitzen APOTHEKE ADHOC, 16.04.2018 12:03 Uhr

Berlin - Die Apotheken in der Region Ulm sind in Sachen Rezeptfälscher gut vernetzt. Die Kreuz-Apotheke im baden-württembergischen Blaustein war bereits per Fax durch Kollegen vorgewarnt. Tatsächlich rief am Freitag ein Mann an und bestellte zwei Antikonvulsiva. Die alarmierte Polizei konnte die vermeintlichen Rezeptfälscher jedoch nicht im ersten Anlauf festnehmen. In den vergangenen Tagen ereigneten sich zudem Überfälle, Diebe stahlen einen leeren Tresor und ein Rentner verfehlte mit seinem Auto einen Apothekenparkplatz.

Der mutmaßliche Rezeptfälscher in Blaustein verlangte beim Anruf in der Kreuz-Apotheke Pregabalin und Rivotril. Die Arzneimittel sollten nach Vorlage des Rezepts am Abend persönlich abgeholt werden. Den Apothekenmitarbeitern kam der Anruf seltsam vor und sie alarmierten die Polizei. Die Beamten machten sich bereit und warteten im Back Office auf die vermeintlichen Betrüger. Doch niemand kam – die Falle schlug nicht zu.

Am nächsten Tag rief erneut ein Mann in der Apotheke an und verlangte wieder Pregabalin. In der Annahme, den gleichen Kunden wie am Vortag am Hörer zu haben, wurde erneut die Polizei alarmiert. Der mutmaßliche Täter kündigte sich zur Mittagszeit an. Erneut schickte die Polizei zwei Mitarbeiter. Von den Beamten war in der Offizin nichts zu sehen, als ein Wagen vorfuhr. Der Fahrer blieb im Auto sitzen und die Beifahrerin betrat die Apotheke.

Die 36-Jährige legte ein Rezept vor. Die Apothekenmitarbeiter erkannten die „offensichtliche Fälschung“ sofort. Das Papier unterschied sich von einer Original-Verordnung und die Betriebsstättennummer passte nicht. Die Polizei nahm die Frau fest. Per Funk alarmierten sie weitere Kollegen, um den Autofahrer nicht entwischen zu lassen. Der Mann bekam von dem Trubel in der Offizin nichts mit, da er außer Sichtweite parkte.

Der Polizei zufolge versuchte der 43-Jährige noch während seiner Festnahme zwei gefälschte Rezepte wegzuwerfen. Die Beamten stellten bei den mutmaßlichen Tätern zudem weitere gefälschte Verordnungen sicher. Auf das Duo komme ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung zu. Vergangene Woche hatte eine Apothekerin in Flensburg einen Rentner entlarvt, der seit 40 Jahren Verordnungen fälschte.

In der Nacht zu Freitag war die Schlehen-Apotheke im nordrhein-westfälischen Engelskirchen das Ziel von Einbrechern. Die Täter hebelten laut Polizei die Eingangstür auf. Im Inneren sahen sie den Tresor im Büro auf dem Boden und nahmen ihn mit. Doch der Schrank war leer. Auch in der Flora-Apotheke in Lüneburg wollten Einbrecher ihr Unwesen treiben – der Täter schaffte es jedoch nicht, Fenster und Türen auszuhebeln. Als er mit einem Stein ein Fenster einschlug, wurde er von einem Nachbarn bemerkt und verließ verschreckt den Tatort.

Vor einer Apotheke in Milte in Nordrhein-Westfalen krachte es am Freitagnachmittag. Ein 73-jähriger Mann wollte auf den Parkplatz einer Apotheke abbiegen, verfehlte jedoch die Einfahrt und fuhr in ein anderes Auto. Der Fahrer stand unter Einfluss von Medikamenten. Es entstand ein geschätzter Sachschaden in Höhe von rund 12.000 Euro.