Adapter entwickelt

Rettung für das Wepa-Wellenbad  Eva Bahn, 19.07.2019 14:29 Uhr

Berlin - Über viele Jahre war es aus der Rezeptur nicht wegzudenken, wenn die Apotheke einen Topitec von Wepa ihr Eigen nannte: das Reinigungs-Wellenbad. Im vergangenen Jahr kam nun der Super-GAU, denn die passenden Bürstenköpfe die zur Reinigung benötigt werden, wurden vom Markt genommen. Ein findiger Tüftler hat nun mit einem selbstgedruckten Adapter die Rettung für alle geplagten PTA erfunden.

CP Gaba stellt die Aronal-Wechselbürstenköpfe, die ein Teil des Wekzeugwellen- Reinigungsbades darstellten, nicht mehr her. Die Bürstenköpfe anderer Hersteller passen nicht genau in die Aussparung am Boden des Bades. Wepa müsste nun alle Teile des Renigungsbades umstellen, damit die Apotheken es weiter nutzen können. Doch das ist für den Topitec-Hersteller zu teuer. Im vergangenen Jahr kam daher die Mitteilung, dass das Wellenbad nicht mehr hergestellt wird. Es wurde von der Firma durch eine Reinigungsanleitung ersetzt.

Seither gab es viele Versuche, das liebgewonnene Reinigungsutensil trotz fehlender Bürstenköpfe am Leben zu halten. Carolin Nill, eine Zahnärztin aus Offenbach, hat mit ihrem Zahnarztbohrer zum Beispiel eine Vertiefung eingefräst, damit die am Markt erhältlichen Wechselbürstenköpfe des Herstellers Fuchs dort sicher einrasten können. Doch einerseits gibt es keine Gewähr, dass das Wellenbad dabei intakt bleibt, andererseits hat nicht jede Apotheke einen solch hilfsbereiten Zahnarzt an der Hand. Andere Vorschläge reichen vom Einklemmen von Folie bis zum kurzfristigen Festkleben der Bürstenköpfe mittels Heißklebepistole. Alles keine eleganten oder dauerhaften Lösungen.

Doch Marc Adolph, dessen Frau in der Raabe-Apotheke in Eschershausen arbeitet, hatte die rettende Idee: Er fertigte einen passenden Adapter im 3D-Druckverfahren für die Wechselköpfe des Herstellers Fuchs. Diese sind weiterhin am Markt erhältlich und über den Großhandel bestellbar. Nachdem er durch eine PTA-Kollegin seiner Frau von den aufgetretenen Schwierigkeiten erfuhr, machte er sich im Juli sofort daran, die hilfreiche Verbindung zu erschaffen. Er maß das Wellenbad mittels optischem Scanverfahren komplett aus und entschied sich dagegen, ein völlig neues Gehäuse zu konstruieren. Die Adapter-Ideewar geboren. Innerhalb kurzer Zeit war es dann soweit und die Apotheke testete die Neuentwicklung in der Rezeptur auf Herz und Nieren.

Zunächst war noch etwas Feinschliff nötig, denn es kommt es auf Zehntelmillimeter an. Doch schon nach kurzer Zeit passte das Werkstück. Der Adapter hält was er verspricht. Entwickler Marc Adolph rechnet vor: „Angenommen eine Apotheke stellt fünf Rezepturen am Tag mit dem Topitec her. Das bedeutet fünf mal drei Minuten säubern, statt vielleicht einer Minute im Wellenbad. Das sind pro Tag zehn Minuten Ersparnis für den Inhaber. Und auch zehn Minuten weniger Ärger für die PTA, die nicht mehr von der Handzahnbürste vollgespritzt wird.“

Verkauft wird der Adapter für 12,90 Euro zuzüglich Versandkosten. Bei Q CAD Design in Eschershausen sind innerhalb der vergangenen Tageschon mehr als sechzig Bestellungen eingegangen. Offiziell weiß WEPA von dieser Neuentwicklung noch nichts, der Außendienstmitarbeiter des Topitec-Herstellers war aber kürzlich in der Raabe-Apotheke. „Er war interessiert und hat ein Foto des Adapters gemacht“, erzählt Adolph. Einen Anruf aus Hillscheid hat er allerdings noch nicht bekommen. Apotheken können den Adapter direkt bei ihm bestellen.