VISION.A Awards

Prêt-à-porter für die Freiwahl Carolin Bauer, 27.03.2018 14:16 Uhr

Berlin - Blattgold in der Offizin: BD Rowa hat gemeinsam mit dem Kosmetikhersteller Nuxe und dem Ladenbauer Rheindesign ein Freiwahlregal konzipiert. Kunden werden per App informiert und mit Spiegel und passender Produktauswahl in die Themenwelt geleitet. Für das Konzept haben die Partner einen VISION.A-Award erhalten.

Am Prototyp hat BD Rowa keine Kosten gescheut. Das Regalkonzept „Emotional. Digital. Re(g)al.“ besteht aus Blattgold, Leder und einer rückstandslosen Spezialbeschichtung, die keine Fingerabdrücke zulässt. „Das ist Prêt-à-porter. Wir wollten ein High-End-Konzeptmöbel designen“, sagt Sales Director Dirk Bockelmann. Der Automatenhersteller aus Kelberg erhielt für das Projekt bei der Digitalkonferenz VISION.A Bronze in der Kategorie CHANGE.VISION. Der Award geht an Projekte für den digitalen Wandel.

Das Möbel soll bislang ungenutztes Umsatzpotenzial in der Apotheke aktivieren. „Es gelingt nur wenigen PTA, gezielte Kosmetikberatung zu liefern“, so Bockelmann. Das „intelligente Regalsystem“ habe einen integrierten Touchbildschirm, auf dem Kunden Beratung zu sieben Kategorien – Gesichts- und Körperpflege, Make-up, Sonne, Baby, Haare sowie Herren – auswählen könnten. Darin befänden sich entsprechende Unterkategorien wie Tages- und Lippenpflege. Die Informationen sind nicht auf bestimmte Marken festgelegt.

Mittig im Regalsystem ist ein Spiegelbildschirm platziert, worüber Videos ausgestrahlt werden können. „Alles was schwarz im Film ist, bleibt verspiegelt“, so Bockelmann. Zudem werde die Ware direkt präsentiert. „Dadurch bleibt das haptische Erlebnis.“ Mit dem Konzept sollen Apotheken auf Platz- und Ressourcenmangel reagieren können.

Zum Möbelbauer will BD Rowa mit dem Konzept aber nicht werden: „Apotheken sollen zu ihrem Ladenbauer gehen und das Regalsystem dort herstellen lassen. Wir liefern die Technik“, so Bockelmann. Der auf der Interpharm vorgestellte Prototyp mit Gold und Leder kostet 19.800 Euro und wurde von Rheindesign hergestellt. Apotheken können das Konzept mit den zwei Bildschirmen für 2600 Euro zuzüglich 120 Euro pro Monat für die Softwarenutzungslizenz erwerben.

Die Idee für ein Regalkonzept kam Bockelmann, als Apotheken die digitale Sichtwahl Vmotion in der Freiwahl platzierten. „Das System ist dafür aber nicht vorgesehen, da man den Endkunden das haptische wegnimmt.“ Kurz darauf sei die Idee entstanden, ein elegantes, zweckmäßiges und digitales Regalsystem für Apothekenkosmetik zu entwerfen.

Als Partner gewann BD Rowa die Marke Nuxe. „Ich wollte mit der Marke zusammenarbeiten, um Kosmetikverkauf zu lernen und unser Maschinenbauimage abzuschmirgeln“, so Bockelmann. Einer Studie der französischen Kosmetikmarke und der Hochschule Pforzheim zufolge hemmt ein zu vielfältiges, unübersichtliches Angebot den Verkauf. Förderlich sei dagegen eine freundliche Raumgestaltung mit ansprechender Produktpräsentation. Apotheken sollten in der Offizin stärker ein Einkaufserlebnis für Konsumenten inszenieren, sagt Martin Schardt, Deutschland-Chef von Nuxe. „Bei dem Konzept geht es aber nicht nur um den visuellen Eindruck, sondern auch um die Beratungslösung.“