Rohertrag

Rote Null für Apotheker APOTHEKE ADHOC, 06.07.2016 11:44 Uhr

Berlin - 

Zu Jahresbeginn hat sich die wirtschaftliche Lage der Apotheken geringfügig verschlechtert. Ausschlaggebend sind dafür nach dem aktuellen Lagebericht der ABDA das geringe Umsatzwachstums und die sinkende Packungsmenge im ersten Quartal. Der Rohertrag einer durchschnittlichen Apotheke blieb „nahezu unverändert“. „Bezogen auf die Anteilswerte am Nettoumsatz (Handelsspanne) entspricht dies sogar einem Rückgang von 24,6 Prozent auf 24,4 Prozent“, so der Bericht von Claudia Korf, ABDA-Geschäftsführerin Wirtschaft, Soziales und Verträge.

Der zum Jahresbeginn in Kraft getretene neue Tarifvertrag mit Einkommenssteigerungen zwischen 1,8 Prozent und 2,5 Prozent führe zudem zu steigenden den Personalkosten in den Apotheken. Diese erhöhten sich im Durchschnitt um 2 Prozent, während die übrigen Kosten um 1,3 Prozent zurückgegangen seien: „Unterm Strich ergibt sich ein leicht rückläufiger Vorsteuergewinn, der rund 300 Euro unter dem Wert des Vorjahresquartals liegt“, so die Rechnung von Korf.

Allerdings zeigt sich die ABDA für den weiteren Jahresverlauf etwas optimistischer: Da Umsatz und Absatz in den nächsten Monaten voraussichtlich wieder dynamischer wachsen würden, dürfte sich das betriebswirtschaftliche Ergebnis im weiteren Jahresverlauf leicht bessern, sodass zumindest das Vorjahresniveau erreicht wird.

Im 1. Quartal sank die Zahl der Apotheken erneut leicht: 89 Schließungen standen 30 Neueröffnungen gegenüber. Per Saldo sank die Zahl der öffentlichen Apotheken also um 59. Zum Stichtag 31. März gab es bundesweit noch 20.190 Apotheken. Damit liege der Rückgang auf dem Niveau des Vorjahresquartals (-60), so Korf. Sollte sich die Apothekenzahl in den folgenden neun Monaten ähnlich entwickeln, „wird es am Jahresende voraussichtlich rund 20.000 Apotheken geben“, so der Bericht. Sollte die Entwicklung schlechter verlaufen, könnte seit 1990 die Apothekenzahl erstmals wieder unter 20.000 rutschen.

Mit 15.853 Haupt- oder Einzelapotheken verringerte sich deren Zahl im ersten Quartal um 115. Zum einen wurden 15 Einzelapotheken neueröffnet und zum anderen 130 geschlossen. Bei rund 46 Prozent der Schließungen wurde eine Einzelapotheke in eine Filialapotheke umgewandelt. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Filialapotheken um 56 auf 4337, sodass mittlerweile rund 21 Prozent aller Apotheken Filialen und etwa ein Drittel in Filialstrukturen organisiert sind. Neben ihrer Hauptapotheke betreiben laut ABDA dabei 2235 Apotheker eine Filiale, 622 besitzen zwei Filialen, während 286 an die Obergrenze von drei Filialapotheken gehen.

Über eine Versandhandels-Erlaubnis verfügten Ende März insgesamt 2911 Apotheken. Davon betreiben aber nur rund 5 Prozent aktiven Versandhandel. Im ersten Quartal 2016 wurde eine neue Krankenhausapotheke eröffnet, sodass sich die Gesamtzahl auf 391 erhöhte. Hinzu kommen rund 180 krankenhausversorgende, öffentliche Apotheken.

Bei der Einschätzung der Entwicklung des Apothekenmarktes bezieht sich die ABDA auf Daten vom IMS Health. Danach wuchs der Umsatz mit Arzneimitteln in Apotheken (inklusive Versandhandel) im ersten Quartal um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 7,9 Milliarden Euro (ApU abzüglich Herstellerabschlägen und Rabatten aus Erstattungsbeträgen nach § 130b SGB V). Im gleichen Zeitraum reduzierte sich der Absatz um 2,1 Prozent auf 415 Millionen Packungen. Die rückläufige Mengenentwicklung sei darauf zurückzuführen, dass eine starke Erkältungswelle wie zu Beginn des letzten Jahres in 2016 ausgeblieben sei.