Welt-Krebs-Tag

Der schwierige Kampf gegen Krebs Dr. Eva-Maria Lippke, 04.02.2016 14:43 Uhr

Berlin - 

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Jedes Jahr werden rund 500.000 Menschen mit der Diagnose Krebs konfrontiert, darunter 1800 Kinder. Die Zahl der Todesfälle liegt bei 224.000. Die Deutsche Krebshilfe hat sich zur Aufgabe gemacht, über die verschiedenen Krankheitsbilder aufzuklären.

Mehr als 300 verschiedene Krebsarten sind mittlerweile bekannt. Eingeteilt werden sie in Tumoren, die Geschwülste bilden, und in systemische Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems. Sarkome kommen in Binde-und Stützgewebe vor, Karzinome in Epithel und Drüsenzellen. Tumorzellen wachsen schneller als nicht-entartete Zellen, aber auch hier gibt es Unterschiede.

Prostatakrebs ist bei Männern die häufigste Krebserkrankung und die dritthäufigste Todesursache. Die Zahl der Neuerkrankungen wird für das Jahr 2016 auf 66.900 geschätzt. Etwas häufiger, nämlich 70.000 Mal, wird Brustkrebs bei Frauen diagnostiziert: Etwa eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Männer erkranken mit 700 Fällen jährlich eher selten an Brustkrebs. Bei den unter 15-jährigen machen Leukämien etwa ein Drittel aller Krebserkrankungen aus.

Hormonantagonisten zur Therapie des Mamma- und Prostatakarzinoms haben entsprechend auch das höchste Verordnungsvolumen der Onkologika. 70 Prozent der definierten Tagesdosen (DDD) entfallen auf diese Arzneimittelgruppe. Onkologika sind mit 4,7 Milliarden Euro die umsatzstärkste Arzneimittelgruppe für das Jahr 2014; allein die eingesetzten monoklonalen Antikörper verursachen Kosten im Wert von 1,6 Milliarden Euro – die laut Arzneiverordnungsreport in keinem plausiblen Verhältnis zu der geringen Verbesserung des Gesamtüberlebens stehen.

Seit 1975 fördert die Deutsche Krebshilfe unter dem dem Motto „Helfen. Forschen. Informieren.“ Projekte zur Verbesserung der Prävention, Früherkennung und Diagnose von Krebserkrankungen. Die Stiftung mit Sitz in Bonn finanziert ihre Aktivitäten ausschließlich aus Spenden und freiwilligen Zuwendungen. Öffentliche Mittel gibt es nicht.

Die Krebshilfe versteht sich als „Anwalt der Krebspatienten“ und setzt sich in der Gesundheitspolitik dafür ein, dass krebskranke Menschen eine optimale Versorgung erhalten. Sie etabliert Nachsorgeeinrichtungen und ist Ansprechpartner für Patienten und Angehörige.

Bis heute hat die Krebshilfe insgesamt rund 70 Millionen Euro alleine in den Aufbau palliativmedizinischer Versorgungsstrukturen und in Stiftungsprofessuren investiert. Ziel ist es, Forschungsprojekte zu vernetzen und interdisziplinäre Fragestellungen zu beantworten. Von den heute zehn Lehrstühlen für Palliativmedizin in Deutschland hat die Krebshilfe acht finanziert.