Öko-Test

Wundschutzcreme: Punktabzug für Blei und Parfüm 05.06.2026 14:33 Uhr

Berlin - 

Etwa die Hälfte aller Kleinkinder leidet während der Windelzeit mindestens einmal an einem wunden Po. Viele Eltern greifen dann zur Wundschutzcreme. Öko-Test hat etliche Produkte genau unter die Lupe genommen. Die meisten Cremes überzeugen – allerdings wurden auch vermeidbare Mängel wie Parfüm, irreführende Werbeversprechen und sogar eine Schwermetallverunreinigung aufgedeckt.

Insgesamt wurden 19 Wundschutzcremes für den Windelbereich umfassend im Labor analysiert. Der Test umfasste sowohl konventionelle Produkte aus Drogerien und Supermärkten als auch zertifizierte Naturkosmetik. Als apothekenübliches Produkt wurde Linola Baby & Kind Wundschutzcreme sensitive von Dr. Wolff untersucht.

Im Fokus der Untersuchung standen neben der Überprüfung auf potenziell allergieauslösende Duftstoffe und Schadstoffe auch die Richtigkeit der Verpackungsangaben sowie der Einsatz von Recyclingmaterialien. Während ein Großteil der getesteten Produkte bedenkenlos empfohlen werden kann, führen Abwertungen bei einzelnen bekannten Marken zu deutlichen Punktabzügen im Gesamturteil.

Linola mit „gut“ bewertet

Als eines der besten Produkte schnitt die „babylove Wundschutzcreme sensitive Calendula“, eine Eigenmarke von dm, ab. Sie erhielt sowohl bei den Inhaltsstoffen als auch bei möglichen weiteren Mängeln die Note „sehr gut“ und kommt somit auf das Gesamturteil „sehr gut“.

Im Vergleich dazu wurde die „Töpfer Babycare Wundschutzpaste“ nur mit „befriedigend“ bewertet. Der Grund: In der Babypaste wurde eine erhöhte Menge an Blei nachgewiesen. Laut Öko-Test bedeute dies zwar nicht „automatisch ein akutes Gesundheitsrisiko“, zeige aber, dass der Hersteller bei den mineralischen Rohstoffen (Kaolin/Silica) sauberer arbeiten müsste. Der Hersteller nimmt das Produkt bereits vom Markt.

Die Wundschutzcreme „Linola Baby & Kind“ konnte insgesamt die Note „gut“ erreichen. Die Inhaltsstoffe wurden von Öko-Test zwar als „sehr gut“ beurteilt, aber es gab Mängel in Bezug auf die Umverpackung und den zu geringen Rezyklatanteil. In diesen beiden Punkten konnte nur ein „befriedigend“ vergeben werden.

Preisunterschiede und Parfüm

Die Preisspanne der getesteten 19 Wundschutzprodukte ist enorm. Während das günstigste Drogerieprodukt von Rossmann mit gerade einmal einem Euro pro 75 ml zu Buche schlägt, müssen Eltern für die gleiche Menge einer veganen Wundschutzcreme von „das boep“ im Schnitt 13 Euro bezahlen.

Zwei Cremes im Test waren parfümiert. So konnte Öko-Test in der Nivea Baby Wundschutzcreme Duftstoffe finden. Dies wurde stark kritisiert: „Das ist unserer Ansicht nach nicht nur unnötig, sondern auch eine völlig überflüssige Belastung für die ohnehin schon sensible und wunde Babyhaut.“ Auch die Angabe „hypoallergene Formel“ sei irreführend.