Fokus auf Selbstzahler

Cantourage bringt Rohextrakt und Destillat 21.09.2026 08:09 Uhr

Berlin - 

Cantourage erweitert das Produktangebot um Cannabis in Form eines Rohextrakts und eines Destillats. Im Fokus stehen nach der Streichung der Blüten aus dem GKV-Leistungskatalog jetzt Selbstzahler.

Auf Basis der neuen Wirkstoffe können Apotheken – im Rahmen der jeweils geltenden rechtlichen und pharmazeutischen Vorgaben – unterschiedliche Darreichungsformen als Rezepturarzneimittel herstellen. Dazu gehörten unter anderem Lösungen, Suppositorien (Zäpfchen), Inhalationsprodukte (Vapes) sowie oral einzunehmende Darreichungsformen (Edibles) wie beispielsweise Gummis.

Cantourage erweitert damit das bislang vor allem durch Cannabisblüten und bestehende Extraktprodukte geprägte Angebot um Wirkstoffe, die Apotheken größere Flexibilität bei der Herstellung individueller Rezepturen ermöglichen. Ziel sei es, Ärzten, Apotheken und Patienten zusätzliche Optionen für eine auf den jeweiligen Bedarf abgestimmte Therapie mit cannabinoidhaltigen Arzneimitteln zur Verfügung zu stellen.

„Blue Dream“ als Basis

Als Ausgangsbasis für die neuen Wirkstoffe setzt Cantourage auf die etablierte Cannabis-Genetik „Blue Dream“. Durch die Verarbeitung zu Rohextrakt beziehungsweise Destillat werde diese für neue pharmazeutische Anwendungen und Darreichungsformen zugänglich gemacht.

„Mit der Einführung von Rohextrakt und Destillat schaffen wir eine neue Grundlage für innovative Cannabis-Rezepturen in deutschen Apotheken. Medizinisches Cannabis muss aus unserer Sicht nicht auf Blüten und wenige etablierte Darreichungsformen beschränkt bleiben. Die Rezepturherstellung bietet die Möglichkeit, Patienten wesentlich differenzierter zu versorgen und neue, anwenderfreundliche Produktformate verfügbar zu machen“, sagt CEO Philip Schetter.

Hoher Selbstzahleranteil

Cantourage sieht insbesondere im Bereich individuell hergestellter Cannabis-Rezepturen ein attraktives zusätzliches Marktsegment. Nach Einschätzung des Unternehmens dürfte sich ein wesentlicher Teil dieses Marktes als Selbstzahlermarkt entwickeln. Damit bleibe die Nachfrage in diesem Segment nur in geringerem Maße von Erstattungsentscheidungen und regulatorischen Rahmenbedingungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abhängig.

Das Unternehmen erwartet, dass die zunehmende Vielfalt verfügbarer Wirkstoffe und Darreichungsformen dazu beitragen kann, medizinisches Cannabis für weitere Patientengruppen zugänglich zu machen und zugleich die Rolle der Apotheken bei der individuellen Cannabistherapie zu stärken.