Cannabis-Markt: Auch Bedrocan pleite 19.10.2026 15:45 Uhr
Im Cannabismarkt gibt es immer mehr Pleiten: Nach der Apotheke Lux 99 und der Ankündigung von Synbiotic trifft es auch Bedrocan. Die niederländische Gesellschaft ist zahlungsunfähig.
Am Freitag machte Synbiotic öffentlich, dass es einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen wird. „Die anhaltend schwierige Marktlage im Cannabissektor“ habe zur schwierigen Finanzlage geführt. Auch Cannabis-Apotheker Tobias Loder ist pleite – und ein weiteres Unternehmen der Branche hat es schon getroffen: Auch die niederländische Bedrocan-Gesellschaften wurden für insolvent erklärt.
Das bestätigte eine Sprecherin auf Anfrage. „Gleichzeitig werden die laufenden Aktivitäten fortgesetzt“, heißt es weiter. So wird beispielsweise weiter mit Becanex zusammengearbeitet – erst im Sommer wurde verkündet, dass man einen gemeinsamen Cannabis-Rohextrakt auf den Markt bringe.
Zu diesem Zeitpunkt lief bereits die Ausweitung des Portfolios im Angesicht der drohenden Einschränkungen auf dem Cannabis-Markt durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG). Becanex PIEX Bedrocan 70 Prozent THC soll als Alternative zur Inhalation eingesetzt werden können.
„Darüber hinaus werden verschiedene Optionen für die Zukunft geprüft, darunter Gespräche mit interessierten Parteien über eine mögliche Übernahme. Zum derzeitigen Stand können wir dazu keine weiteren Details mitteilen“, so die Sprecherin weiter.
Laut dem Portal „Business of Cannabis“, das zuerst von der Insolvenz berichtete, waren es aber nicht die Veränderungen auf dem deutschen Markt, die bei den Niederländern für Probleme sorgten: Auch der Markt vor Ort hat sich gewandelt. Bedrocan hatte seit 2003 einen Staatsvertrag mit dem Bureau Medicinale Cannabis (BMC), „wodurch es faktisch zum einzigen Anbauer des Staates wurde und ein BMC-Monopol auf den Verkauf, Import, Export und Vertrieb von medizinischem Cannabis aufrechterhielt“, so das Branchenportal. Doch dieser Vertrag sei Anfang dieses Jahres ausgelaufen.