Rezeptkontrolle: Verantwortung und Zeitersparnis 08.07.2026 11:39 Uhr
Eine Nullretax kann für Apotheken zur existenziellen Bedrohung werden. Ein fehlendes Sonderkennzeichen, eine vergessene Angabe oder ein kleiner Formfehler: Manche Fallen treten besonders häufig auf. Darauf lohnt es sich, einen Blick zu werfen – damit der Betrieb wegen einer Beanstandung der Krankenkasse nicht ins Wanken gerät.
Mit der Einführung des E-Rezepts haben sich die Retaxgründe verändert. Beim Papierrezept waren es laut Noventi oft Formalien wie eine fehlende Arztunterschrift oder eine Fristüberschreitung. Bei elektronischen Verordnungen passiere das in der Regel nicht mehr.
Laut Rechenzentrum zählen zu den häufigsten Retax-Gründen fehlende Sonderkennzeichen oder eine fehlende Dokumentation. Auch eine Nichtbeachtung der Rabattverträge gehört dazu. Apotheken sollten deshalb besonders auf die Angaben des EDV-Systems achten, bevor sie die Wahl eines Arzneimittels treffen. Ein großer Stolperstein sei auch ein fehlender Hasch-Code.
Rezeptkontrolle als große Verantwortung
Vor allem die elektronische Rezeptkontrolle sei mit Einführung des E-Rezepts einfacher geworden, sagt Antje Goldbach, Inhaberin der Flora Apotheke in Klingenberg. Zuvor sei manuell kontrolliert und viel Zeit investiert worden. Das Scannen der Rezepte habe bereits eine Erleichterung gebracht. Mit der Kontrolle des Datensatzes beim E-Rezept erfolge die Kontrolle bereits bei der Abgabe und viele Prozesse seien vereinfacht worden. „Vor allen Dingen wurde die Sicherheit erhöht. Man kann viel schneller reagieren, wenn Fehler gemacht wurden.“
Zudem sei die digitale Rezeptkontrolle hilfreich, da die Konzentration bei der manuellen nach einer gewissen Zeit nachlassen könne. „Man hat eine wahnsinnige Verantwortung.“ Die Inhaberin kontrolliert mittlerweile nur noch selten Rezepte und hat diese Aufgabe an Angestellte abgegeben. „Es passiert nebenbei. Es ist so effizient, dass man sagen kann, es kann zwischen zwei Kunden und zwei Handverkäufen nebenbei einfach mitabgedeckt werden.“
Vorteile eines geschlossenen Systems
Die Mitarbeitenden wechselten schnell in die Rezeptübersicht und kontrollierten die abrechenbaren Rezepte etwa ob die Chargennummer vorhanden ist. Zudem werde bei einem geschlossenen System angezeigt, welche Verordnungen bereits in der Abrechnung seien, ein Vorteil mit Blick auf die finanziellen Mittel. „Ich sehe transparent, was ist da an Geld und mit was kann ich arbeiten.“ Man müsse zur Kontrolle auch nicht im Backoffice verschwinden. Dadurch werde letztlich Zeit frei für andere wichtigere Dienstleistungen wie Beratung oder pharmazeutische Dienstleistungen.