Weiterbildung

Apotheker und die BWL-Frage 26.08.2026 14:03 Uhr

Berlin - 

Apothekerinnen und Apotheker haben während des Studiums einen klaren Pharmazie-Fokus. Betriebswirtschaftliche Inhalte findet man nicht. Diese Kenntnisse müssen spätere Inhaberinnen und Inhaber entweder nachholen oder sie verlassen sich auf Beratungsunternehmen – denn ohne wirtschaftliches Denken kommt eine Apotheke nicht mehr aus.

Apotheken sind kleine und mittelständische Unternehmen. Die Betriebe sind oft sehr individuell, was das Angebot außerhalb der reinen Rezeptbelieferung angeht. Manche sind fokussiert auf Heimversorgung oder Verblisterung, andere haben einen Schwerpunkt in der Zytoherstellung oder Pflegehilfsmitteln. Hinter den Betrieben stehen die Inhaberinnen und Inhaber als eingetragene Kaufleute – und haften mit ihrem Vermögen.

Apotheker und Unternehmer

Allein deshalb ist ein genauer Blick in die wirtschaftlichen Prozesse das A und O. Von Apothekenberaterinnen und -beratern hört man zuweilen, dass sich Chefinnen und Chefs nicht tief genug in die wirtschaftliche Materie einlesen und sich mitunter zu sehr auf die Steuerberatung verlassen. „Doch diese ist beispielsweise für strategische Fragen nicht der richtige Ansprechpartner“, sagt ein Berater.

Natürlich gibt es Apotheken, in denen die Inhaberinnen oder Inhaber den betriebswirtschaftlichen Aspekt dazu gelernt haben. Zudem leisten sich manche auch PKA oder andere kaufmännische Angestellte, die einen Blick auf Einkauf, Lager & Co. haben. Zu modernem Apothekenmanagement gehört noch mehr – wichtig ist, auch digitale Services effizient zu integrieren und sich für neue Dienstleistungen zu wappnen.

Weiterbildung in BWL

Wer sich im Bereich Unternehmertum weiterbilden will, kann aus mehreren Aufbaustudiengängen wählen. In Bayreuth etwa wird der Studiengang Betriebswirtin beziehungsweise -wirt für die Pharmazie oder MBA „Health Care Management“ angeboten. Neben ökonomischen Grundlagen wird dabei das Wissen um die wesentlichen Elemente und Funktionszusammenhänge im Gesundheitswesen vermittelt.

„Die Anforderungen an den Beruf des Apothekers und der Apothekerin haben sich geändert. Betriebswirtschaftliche Qualifikation wird neben den pharmazeutischen Kenntnissen immer bedeutender“, heißt es von der Universität. Die Kosten liegen bei rund 7000 Euro. Mehr als 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben den Studiengang demnach bereits absolviert.