Impfen: Umsatz-Chance für Landapotheken 02.09.2026 12:39 Uhr
Das Impfen in Apotheken nimmt Fahrt auf. Allein ein Blick auf die Zahl der Grippeimpfungen zeigt die Dynamik. Doch noch immer zögern Inhaberinnen und Inhaber – die Gründe sind oft Personalmangel oder Drohungen aus Praxen. Tatsächlich kann das Zusatzangebot zu einer Umsatzchance für die Apotheke werden, wenn man den Kritikern richtig begegnet.
In dieser Grippesaison werden laut Abda-Schätzungen voraussichtlich 218.000 Menschen in Apotheken immunisiert – fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Fast 15.000 Apothekerinnen und Apotheker haben sich seit Beginn für die Impfungen fachlich schulen lassen. Aktuell bieten rund 1700 Apotheken Impfungen an, gemessen an der Gesamtzahl noch ein kleiner Teil der Betriebe.
Vorfahrt für Landapotheken
Gerade auf dem Land kann das Impfen in der Apotheke für die Betriebe zu einer wichtigen Dienstleistung werden. Denn die Praxen sind vielerorts überfüllt – neue Patientinnen oder Patienten werden nicht angenommen. Auf Anfrage einer Praxis in Bayern hieß es etwa, dass gerade wegen der Grippesaison keine Neuaufnahme stattfinde. Was passiert jetzt mit den zurückgelassenen Menschen?
Diesen Aspekt beobachtet aktuell eine Apotheke ganz genau. Die Kundinnen und Kunden, die nach einem Impftermin fragen, weil sie in der Praxis abgewiesen wurden, werden systematisch dokumentiert. „Damit wollen wir zu unseren Ärzten gehen und ihnen zeigen, dass wir ihnen nichts wegnehmen wollen, sondern ein Zusatzangebot schaffen“, sagt ein Inhaber.
Team überzeugen
Wichtig dabei ist, das Personal mit ins Boot zu holen. Die Angestellten können leichter überzeugt werden, wenn sich der zusätzliche Aufwand in Grenzen hält. Dazu ist es wichtig, dass die Prozesse optimiert und effizient sind. Das Team müsse mit Herzblut dabei sein, betonte etwa Apotheker Jens Kosmiky. Denn die Mitarbeitenden sprechen die Kundschaft an, organisieren Termine und nehmen sie vor der Impfung in Empfang.
In Impfungen liegt eine Umsatzchance. Für Grippeimpfungen werden ab September für die Hauptleistung – also Durchführung und Dokumentation – 11 Euro bezahlt. Ein Hebel, um mit dem entstehenden Umsatz auch Ertrag zu erwirtschaften, sind digitale Abläufe. Die Kundschaft bucht sich bestenfalls online über ein Terminvergabesystem ein und füllt den Fragebogen vorab aus, um ihn der Apotheke zu schicken. Dadurch wird Zeit vor Ort gespart.
Zukunftsthema für Apotheken
Gerade mit Blick auf die geplante Ausweitung der Impfangebote in Apotheken sollten Landapotheken in das Impfen investieren. Denn bald soll nicht mehr nur gegen Grippe und Corona geimpft werden, sondern auch gegen Erkrankungen, bei denen Totimpfstoffe eingesetzt werden, wie FSME, Pneumokokken oder Keuchhusten.