Covid-Impfung erst ab 75 Jahren 21.08.2026 15:20 Uhr
Für Spätsommer/Frühherbst empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die jährliche Covid-Auffrischimpfung. Es gibt jedoch eine Änderung: Die Impfung wird nicht mehr allen Gesunden ab einem Alter von 60 Jahren, sondern erst ab 75 Jahren empfohlen.
Die Stiko empfiehlt eine jährliche Auffrischimpfung für Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf sowie für Personen mit einem erhöhten arbeitsbedingten Sars-CoV-2-Infektionsrisiko. Das sind unter anderem:
- alle Personen ab 75 Jahren
- Kinder ab einem Alter von sechs Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung für einen schweren Krankheitsverlauf infolge einer Grunderkrankung wie beispielsweise COPD, Trisomie 21 oder Herz-Kreislauferkrankungen sowie Diabetes
- Bewohnende von Pflegeheimen
- Schwangere bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grunderkrankung oder schwangerschaftsassoziierter Komplikationen ab dem 2. Trimenon
- Personal in Pflegeeinrichtung mit direktem Kontakt zu Bewohnenden
- medizinisches Personal mit einem erhöhten tätigkeitsbezogenen Infektionsrisiko für Sars-CoV-2
- Medizinisches Personal, das Risikopatient:innen betreut
- Familienangehörige und enge Kontaktpersonen ab dem Alter von sechs Monaten von Personen, bei denen nach einer Covid-19-Impfung keine schützende Immunantwort zu erwarten ist
Laut Stiko können Personen der Risikogruppen auf die Auffrischimpfung verzichten, wenn sie immungesund sind und sich im Laufe des Jahres mit Sars-CoV-2 infiziert haben.
Rund 95 Prozent der Erwachsenen verfügen laut Stiko inzwischen nach wiederholten Sars-CoV-2-Antigenkontakten infolge durchgemachter Infektionen und/oder Impfungen über eine breite Immunität, die gesunde Erwachsene in der Regel gut vor schweren Erkrankungen schützt. Zudem werden weniger Hospitalisierungen und Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 verzeichnet. Die Empfehlung der Stiko zum Erlangen einer Basisimmunität durch mindestens drei Sars-CoV-2-Antigenkontakte durch Impfung oder Infektion ist daher nicht länger notwendig.
Geimpft werden soll mit zugelassenen mRNA- sowie proteinbasierten Impfstoffen der für die Saison von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) empfohlenen Variantenanpassung. Für 2026/27 sollen monovalente Impfstoffe ein Antigen aus der Omikron-Subvariante LP.8.1 enthalten. Zudem wurde empfohlen die Vakzine auf die Variante XFG abzustimmen. Beide Varianten sind eng miteinander verwandt und Abkömmlinge der JN.1.Variante. „Es ist zu erwarten, dass Impfstoffe, die gegen die Varianten LP.8.1 und XFG gerichtet sind, gleichgut vor schweren Covid-19-Erkrankungen schützen“, so die Stiko.
Aus dem Impfstoffkontingent, das zentral über den Bund beschafft wurde, sind noch an LP.8.1-adaptierte mRNA-Impfstoffe für Erwachsene verfügbar, die in der Saison 2026/27 verwendet werden können.