Frauen ab 40

Perimenopause: Welche Supplemente sind sinnvoll? 24.01.2026 08:50 Uhr

Berlin - 

Frauen zwischen 40 und 50 Jahren befinden sich häufig in der Perimenopause. Das Problem: Medizinisch bleiben die durch den Hormonwechsel auftretenden Symptome oft unterdiagnostiziert, obwohl diese teils massiv sein können. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Symptome wie Erschöpfung, kognitive Einschränkungen und depressive Verstimmungen oft auftreten, lange bevor die Menstruation ausbleibt.

In den Jahren zwischen 40 und 50 sinkt die Progesteronproduktion oft schneller als die Östrogenproduktion. Dies führt zu einer relativen Östrogendominanz. Die Symptomatik: Verstärkte prämenstruelle Beschwerden (PMS), Brustspannen, Wassereinlagerungen und Schlafstörungen. Denn Progesteron wirkt im Gehirn auf die GABA-Rezeptoren und somit beruhigend. Ein Absinken des Hormons führt zu erhöhter Stressanfälligkeit und Angstzuständen.

Rolle der Schilddrüse

Auch die Schilddrüsenfunktion spielt eine große Rolle. Ein zentraler Kritikpunkt an der Standarddiagnostik ist die Fixierung auf den TSH-Wert. Denn auch wenn dieser im „Normbereich“ liegt, schließt dies eine funktionelle Gewebe-Hypothyreose nicht aus. Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Umwandlung von der Speicherform T4 in die aktive Form T3 durch Cortisol und Nährstoffmangel gehemmt werden kann. Dies erklärt das ständige Frieren und die Gewichtszunahme trotz unauffälliger Laborwerte.

Mitochondriale Dysfunktion

Mit zunehmendem Alter und sinkendem Östrogenspiegel nimmt der Schutz vor oxidativem Stress ab. Östrogen wirkt in den Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Zellen, protektiv. Ein sinkender Östrogenspiegel kann die mitochondriale Effizienz senken, was die typische „bleierne Müdigkeit“ erklärt. Chronisch unterschwellige Entzündungen korrelieren in dieser Altersgruppe häufig mit Lifestyle-Faktoren und hormonellem Stress.

Supplements für die Perimenopause

Um die Lebensqualität zu verbessern und PMS sowie perimenopausale Beschwerden zu lindern, empfiehlt die aktuelle Forschung einen multimodalen Ansatz:

  • Magnesium & Vitamin B6: Mehrere Studien belegen eine signifikante Reduktion von PMS-Symptomen und psychischer Belastung durch diese Kombination.
  • Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA): Wirken entzündungshemmend und unterstützen die Fluidität der Zellmembranen, was die Hormonrezeptor-Sensitivität verbessert.
  • Selen und Zink: Essenzielle Kofaktoren für die Schilddrüsenhormon-Konversion (T4 zu T3).
  • Proteinoptimierung: Eine ausreichende Zufuhr von essenziellen Aminosäuren trägt zum Erhalt der Muskelmasse und der Hormonsynthese in der Prämenopause bei.
  • Kreatin: Unterstützt die ATP-Regeneration (Energie) direkt in den Mitochondrien und im Gehirn. Kann Brain Fog lindern, unterstützt den Erhalt der Muskelmasse (Stoffwechselrate) und wirkt stabilisierend auf die Knochendichte.
  • Vitamin D3 und K2: Durch das sinkende Östrogen wird auch der Vitamin-D-Spiegel im Blut beeinflusst, was das Osteoporoserisiko erhöhen kann.

Studienlage zur Menopause

Die Studie „Evaluating the effect of magnesium and magnesium plus vitamin B6 supplement on the severity of premenstrual syndrome“, belegt dass die Kombination von Magnesium und Vitamin B6 signifikant effektiver ist als die Gabe von Magnesium allein oder eines Placebos, um die typischen prämenstruellen Symptome wie Angst, Depression und Wassereinlagerungen zu reduzieren. Erschienen sind die Ergebnisse 2011 im Fachjournal Iranian Journal of Nursing and Midwifery Research.

Im Jahr 2021 wurden die Ergebnisse der Studie „Creatine Supplementation in Women’s Health: A Lifespan Perspective“ im Fachmagazin Nutrients veröffentlicht. Sie belegen, dass Frauen oft niedrigere Kreatinspeicher im Gehirn haben, so dass eine Supplementierung besonders bei hormonellen Schwankungen helfe, die kognitive Leistung zu stabilisieren und Müdigkeit zu reduzieren.

Der systematische Review „Omega-3 PUFA Improve Emotion and Cognition during Menopause“ untersuchte den Effekt von Omega-3-Fettsäuren auf die emotionale und kognitive Gesundheit von Frauen während des Übergangs in die Menopause. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin Nutrients im Jahr 2022 erschienen. Die Kernaussage: Die Einnahme von Omega-3 (EPA/DHA) korreliert mit einer signifikanten Linderung depressiver Symptome in der Perimenopause. Der antientzündliche Effekt wird als zentraler Mechanismus für die psychische Stabilität identifiziert.