Vorsicht in Kombination mit Krebsmitteln

Aluminium- und Pestizide: „Matcha besser nur in Maßen“ 30.10.2026 15:17 Uhr

Berlin - 

Belebend und natürlich – das ist das Versprechen vieler Matcha-Getränke. Doch Aluminium- und Pestizidbelastungen haben die Tees, die schon vor Hunderten von Jahren in japanischen Teezeremonien genutzt wurden, in Verruf gebracht. Laut einem aktuellen Öko-Test-Bericht stecken tatsächlich in einigen der Pulvermischungen unerwünschte Stoffe – trotz Bio-Qualität.

Für die 18 Mischungen im Test wurden für 100 Gramm des Pulvers zwischen 17,98 Euro und 79,67 Euro ausgegeben und tatsächlich waren viele Produkte empfehlenswert. Doch auch Aluminium und Mineralölbestandteile (MOSH) konnten in den Matcha-Tees nachgewiesen werden, kritisiert das Verbraucher-Magazin. Und warnt daher: „Matcha besser nur in Maßen genießen.“

Zudem enthalten die Tees vergleichsweise viel Koffein und seien deshalb nicht für Kinder geeignet, auch Schwangere sollten wie bei Kaffee auf einen moderaten Konsum achten. „Je nach Rezeptur kann es die Zutat dabei sogar mit einem Espresso aufnehmen“, heißt es bei der Verbraucherzentrale; wirke aber sanfter und nachhaltiger. Auch Vitamine und Mineralstoffe sowie die Aminosäure L-Theanin sind enthalten.

Unbelegte Versprechen von Matcha

Öko-Test verweist aber darauf, dass die dem grünen Tee nachgesagten Eigenschaften als Superfood wissenschaftlich bislang nicht ausreichend belegt sind. L-Theanin könne Stress reduzieren und mit Koffein die Aufmerksamkeit fördern; enthaltene Katechine sollen entzündungshemmend wirken und sogar das Wachstum von Krebszellen hemmen.

Auch im Rahmen des Abnehmens, der Herzgesundheit und als Schutz vor Alzheimer soll Matcha helfen – „nichts davon ist nachgewiesen“, betont Antje Degner von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Auch die Ernährungswissenschaftlerin Gabriele Kaufmann vom Bundeszentrum für Ernährung in Bonn (BZfE) betont: „Die Studienlage zu Matcha ist sehr dünn.“

Aluminium und MOSH

„Aluminium nehmen wir über viele Lebensmittel auf. Deswegen spricht zwar nichts gegen einen Matcha ab und zu – allzu viele sollten es aber besser nicht sein“, sagt Vanessa Christa, Öko-Test-Lebensmittelchemikerin. Die tägliche, womöglich überdosierte Tasse könne eventuell schon zu viel sein.

„Bei kurzfristiger Aufnahme geht nach bisherigen Erkenntnissen keine Gefahr von Aluminium aus. Bei regelmäßiger, langfristiger Aufnahme – und die können wir bei Matcha nicht ausschließen – hingegen können negative Effekte auf das Nervensystem, Nieren und Knochen laut BfR nicht ausgeschlossen werden. Zudem besteht die Gefahr einer Anreicherung im Körper, besonders bei Menschen mit Nierenerkrankungen“, so die Öko-Test-Expertin weiter.

Verunreinigungen seien in Matcha so problematisch, da man anders als bei anderen Teesorten die kompletten zerriebenen Teeblätter aufnimmt, während sonst nur der Aufguss getrunken wird.

Vorsicht in Kombination mit Krebsmitteln

Zudem betont Öko-Test dass auch die regelmäßige Medikamenteneinnahme durch Matcha gestört werden könne: „Grüntee kann nämlich die Wirkung mancher Mittel, etwa von Krebsmedikamenten, beeinflussen. Deshalb gilt auch für Matcha: lieber in Maßen genießen“, empfiehlt das Magazin.