Wachstum zeigt Grenzen

Minoxidil-Wirkung: Plateau nach sechs Monaten 05.05.2026 17:27 Uhr

Berlin - 

Unter der Einnahme von Minoxidil können Patient:innen nach sechs Monaten Anwendungsdauer keine weitere optische Verbesserung mehr erwarten. Laut einer aktuellen Studie stagniert der optische Effekt von Minoxidil nach etwa sechs Monaten. Zwar nimmt die Haardichte anfangs spürbar zu, nach einem Jahr konnten die Forschenden jedoch keine signifikanten weiteren Verbesserungen mehr feststellen.

Die aktuelle Studie „Low-Dose oral Minoxidil: Hair growth may peak after 6 month“ wurde kürzlich im Fachmagazin Journal of the American Academy of Dermatology veröffentlicht. Sie liefert neue Erkenntnisse über den Langzeitverlauf bei der Behandlung der androgenetischen Alopezie (AGA) mit niedrig dosiertem oralem Minoxidil (LDOM).

Die Untersuchung wurde von Archie Spindler und Derek Maas von der NYU Grossman School of Medicine in New York geleitet. Sie basiert auf einer retrospektiven Analyse von 178 Patient:innen, die zwischen Januar 2020 und Oktober 2025 behandelt wurden. Das Durchschnittsalter betrug etwa 42 Jahre, der Frauenanteil lag bei knapp 62 Prozent.

Minoxidil lässt Haare zunächst wachsen

Laut den Forschenden zeichnen die Ergebnisse der Analyse ein deutliches Bild der Wirkdynamik. Die Therapie führte bereits kurzfristig zu messbaren Erfolgen. Die Haardichte nahm innerhalb der ersten drei bis sechs Monate signifikant zu. Zudem konnte sie über den gesamten Beobachtungszeitraum von bis zu 36 Monaten auf diesem stabilen Niveau gehalten werden.

Ähnlich verhielt es sich beim Haardurchmesser, der ebenfalls in den ersten Monaten zunahm. Die Autoren fassen diesen Verlauf zusammen: „LDOM ist mit anfänglichen Zuwächsen der Haardichte bereits nach drei bis sechs Monaten verbunden.“ Dann folge eine Stabilisierung.

Auch beim Durchmesser zeigten sich „frühe Gewinne“ innerhalb des Zeitraumes. Laut Forschenden setzte die Stabilisierung hier ebenso etwa nach sechs Monaten ein.

Kein weiterer Anstieg

Allerdings sei nur eine nuancierte Entwicklung beim Haardurchmesser zu beobachten. Nach der anfänglichen Zunahme im ersten Jahr war im weiteren Verlauf von 12 bis 36 Monaten kein weiterer Anstieg mehr zu verzeichnen. „Vielmehr wurde ein leichter Rückgang beobachtet“, heißt es im Studienbericht.

Die Wissenschaftler:innen interpretieren dies vorsichtig und merken an, dass die Entwicklung „potenziell die Progression der AGA widerspiegelt“ – also das natürliche Fortschreiten des Haarausfalls. Dem könne das Medikament langfristig allein möglicherweise nicht in vollem Umfang entgegenwirken.

Weitere Studien zu Minoxidil

Aufgrund des retrospektiven Studiendesigns ohne Kontrollgruppe betonen Spindler und Maas daher, dass „weitere prospektive Langzeitstudien notwendig“ seien, um zu klären, ob Dosisanpassungen oder zusätzliche therapeutische Ansätze erforderlich sind, um die erzielten Ergebnisse dauerhaft zu erhalten.