Auch Biologika-Therapie möglich

Chronische Rhinosinusitis: Kampagne will aufklären 04.11.2026 14:36 Uhr

Berlin - 

Wenn die Nase dauerhaft verstopft oder der Geruchssinn eingeschränkt ist, dann leidet der Alltag und auch der Schlaf ist nicht erholsam. Wie der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) informiert, können hinter den Atembeschwerden auch chronische Entzündungen stecken.

Der DAAB hat dafür nun die Kampagne „Atmen. Riechen. Leben.“ gestartet, um über die Zusammenhänge zwischen chronischer Rhinosinusitis, Nasenpolypen und Asthma aufzuklären. Beim frühzeitigen Erkennen von Beschwerden können auch Apotheken eine wichtige Rolle spielen. Zudem weist der DAAB auf neue Möglichkeiten der Behandlung hin.

Symptome einer chronischen Rhinosinusitis (CRS) sind beispielsweise anhaltende Beschwerden über Wochen und Monate, ein nachlassender Geruchssinn oder Druckgefühle im Gesicht. Bemerken Patient:innen diese Symptome, kann eine anhaltende Entzündung der Schleimhäute von Nase und Nasennebenhöhlen dahinterstecken. Teilweise bilden sich dann auch Nasenpolypen.

Die anhaltenden Beschwerden können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, macht der DAAB deutlich. Schlafprobleme, eingeschränkte Leistungsfähigkeit und der Verlust des Geruchssinns gehören zu den möglichen Auswirkungen. „Dennoch werden die Symptome häufig lange als gewöhnlicher Schnupfen oder Allergie eingeordnet“, so der Verband.

Zudem könnten chronische Nasennebenhöhlenentzündungen mit Nasenpolypen (CRSwNP) und bestimmte Formen von Asthma eng zusammenhängen. Etwa die Hälfte der erwachsenen CRSwNP-Patient:innen leiden auch an Asthma. „Eine wichtige Rolle spielt dabei die sogenannte Typ-2-Inflammation. Bei dieser Form der Entzündung sind bestimmte Immunzellen und Botenstoffe besonders aktiv. Sie können sowohl die Schleimhäute der Nase und Nasennebenhöhlen als auch die Bronchien betreffen“, informiert der DAAB.

Neue Behandlungsmöglichkeiten

In der Behandlung habe sich in den vergangenen Jahren viel entwickelt, so der Verband. Neben den bewährten kortisonhaltigen Nasensprays wie mit dem Wirkstoff Mometason, Nasenspülungen und gegebenenfalls operativen Eingriffen gebe es inzwischen auch zielgerichtete Biologika, die gemäß internationalen und nationalen Leitlinien empfohlen werden. „Diese greifen gezielt in bestimmte Entzündungsprozesse ein und können dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und die Krankheitskontrolle zu verbessern.“

Zugelassen sind die Wirkstoffe Omalizumab, Mepolizumab, Depemokinab, Dupilumab und Tezepelumab zur Behandlung von Erwachsenen als Zusatztherapie mit intranasalen Kortikosteroiden bei schwerer CRSwNP, die mit systemischen Kortikosteroiden und/oder chirurgischem Eingriff nicht ausreichend kontrolliert werden kann, informieren die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein und mehrere Krankenkassen.

HNO-Ärzt:innen können demnach die entsprechende Biologika-Therapie empfehlen, wenn mindestens vier von sechs dieser Kriterien erfüllt sind:

  • Rezidiv-Polypen nach vorheriger Nasenpolypen-Operation (NNH-OP)
  • Nachweis einer Typ-2-Inflammation (Eosinophilie)
  • frustrane Vorbehandlung mit systemischen Kortikosteroiden (mindestens zweimal im letzten Jahr)
  • Beeinträchtigung des Geruchssinns
  • Einschränkung der Lebensqualität
  • vorhandenes Asthma bronchiale