Tipps in der Beratung

Wechseljahre: „Frauen sind Apotheken oft dankbar“ 05.10.2026 14:26 Uhr

Berlin - 

Ab einem gewissen Alter ist es so weit: Die hormonelle Umstellung beginnt und die Wechseljahre kündigen sich an. Wann es Frauen oder Männer trifft, ist individuell sehr unterschiedlich. „In den vergangenen Jahren ist das Thema stärker in den Fokus gerückt“, sagt Apothekerin Jana Kreissl. Auch die Produktpalette rund um das Thema sei stark gewachsen. 

Die Wechseljahre oder das Klimakterium der Frau sind ein natürlicher Lebensabschnitt. Die hormonelle Umstellung passiert am Ende der fruchtbaren Lebensphase. Die Wechseljahre sind in drei Phasen unterteilt: die Perimenopause, die Menopause und die Postmenopause. Mit welchem Alter, in welcher Länge oder mit welchen Symptomen die Wechseljahre durchlaufen werden, ist dabei höchst individuell.

Wechseljahre und Apotheke

Das Thema sei in der Apotheke seit vier bis fünf Jahren deutlich präsenter geworden, sagt Kreissl. „Die Wechseljahre sind längst kein Nischenthema mehr. Die Frauen gehen in der Apotheke sehr viel offener damit um und stellen mehr Fragen.“ Einige Frauen treffe es bereits in ihren 40ern. „Gewöhnlich beginnt die Hormonumstellung zwischen 45 und 50 Jahren. Das sind heutzutage selbstbewusste Frauen, die ihre Probleme aktiv ansprechen.“

Gleichzeitig sei man in der Beratung sensibler und erwäge bei manchen Symptomen auch die hormonelle Umstellung. Gerade ältere Frauen mit etwa Ende 60 täten sich mitunter noch nicht so leicht, Beschwerden auch den Wechseljahren zuzuordnen. „Sie sind fast durch, wissen aber oft nicht, warum sie noch Einschränkungen haben.“ Hier helfe die Apotheke. „Manche kommen im Glauben, eine vaginale Pilzinfektion zu haben“, so die Apothekerin.

Arzt oder Apotheke

Während der Beratung werde dann geklärt, ob es häufig vorkomme, welche konkreten Symptome vorlägen oder ob die Beschwerden äußerlich oder innerlich seien. „Oft kommt dabei heraus, dass es keine Pilzinfektion ist, sondern sich um Scheidentrockenheit und eine Reizung handelt. Ich empfehle dann eine Schutzsalbe. Die Frauen sind oft sehr dankbar.“ Mitunter seien sie zuvor ärztlich schlecht beraten gewesen.

Doch in der Apotheke gebe es in der Beratung auch Grenzen. „Wenn etwa junge Frauen mit einem komplett durcheinandergeratenen Zyklus kommen oder andere schwere Symptome wie depressive Schwankungen vorliegen, sollte das immer erst ein Arzt abklären.“

Kritisch betrachtet die Apothekerin Nahrungsergänzungsmittel. „Die Produktpalette ist deutlich gewachsen, darunter sind aber nicht viele Arzneimittel.“ Generell sei es begrüßenswert, wenn es Präparate mit speziellen Vitaminkombinationen oder Proteinmittel für verschiedene Lebensphasen gibt. „Man wird sich damit aber nicht verjüngen können, das soll ja auch nicht sein.“

 

Die Wechseljahre – eines der Themen der aktuellen Apotheken Umschau.