COPD: pDL am HV-Tisch 11.09.2026 14:23 Uhr
Apotheken sind für Patientinnen und Patienten mit der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) eine wichtige Stütze. Denn sie helfen nicht nur bei der Medikamentenversorgung, sondern geben auch Tipps zur richtigen Inhalationstechnik. Manche seien überrascht, was sie noch lernen könnten, sagt Apotheker Johannes Jaenicke.
COPD zählt weltweit zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Aktuellen Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge leben derzeit rund 392 Millionen Menschen weltweit mit COPD. In Deutschland sind laut Krankenkassendaten knapp 7 Prozent der Bevölkerung erkrankt.
COPD-Patienten aktiv ansprechen
Apotheken können COPD-Betroffene mit der pharmazeutischen Dienstleistung (pDL) zu Inhalativa aktiv ansprechen, beraten und dies bei der Krankenkasse abrechnen. Die „Erweiterte Einweisung in die korrekte Arzneimittelanwendung mit Üben der Inhalationstechnik“ beginnt laut Abda mit einer praktischen Demonstration der Anwendung des Inhalativums. Anschließend üben Patientinnen und Patienten die korrekte Inhalationstechnik. Dabei sollen mögliche Anwendungsfehler identifiziert und gelöst werden.
Auch in der Adler-Apotheke in Rhaunen werden COPD-Patientinnen und -Patienten betreut. Die entsprechende pDL wird standardisiert angeboten, sagt Jaenicke. Der Inhaber verweist darauf, dass die Beratung oftmals am HV-Tisch stattfinde. „Natürlich kann man auch in den Beratungsraum gehen, aber wir fragen aktiv vorne, ob wir ein paar Tricks zeigen sollen.“
Erst Beratung, dann Unterschriften
Manchmal sei die Rückmeldung der Angesprochenen, dass sie schon alles wüssten. „Dann sage ich, dass sie ja sicher wüssten, dass sie ihren Mund nach der Anwendung ausspülen sollten, oder dass sie den ‚Hans-guck-in-die-Luft‘ dann sicher kennen würden. Die meisten sind dann überrascht und es entsteht ein Aha-Effekt.“ Sie öffneten sich dann für die pDL. Erst nach der Beratung und Demonstration würden die nötigen Daten und Unterschriften eingesammelt.
Der Apotheker betont, dass das Ziel sei, dass die Patientinnen und Patienten die Inhalation am Ende korrekt anwenden. „Wer dafür extra einen Termin machen und in den Beratungsraum gehen will, kann das machen.“ Doch wenn die Beratung wirtschaftlich sein solle, sei eine so „umfangreiche“ Unterweisung nicht möglich. „Wenn ich merke, dass jemand nicht klarkommt oder viele Fragen hat, mache ich einen Folgetermin aus.“
20 Euro für pDL Inhalativa
Die Dienstleistung wird mit 20 Euro netto honoriert und über das Sonderkennzeichen „Erweiterte Einweisung in die korrekte Arzneimittelanwendung mit Üben der Inhalationstechnik“ (SPZN 17716783) abgerechnet.
Jaenicke verweist auf die Verbindung zur Rauchentwöhnung. Denn die Mehrheit der COPD-Betroffenen sind Raucher beziehungsweise ehemalige Raucher. Wer jahrelang Kette geraucht hat, der schädigt sein Lungengewebe so nachhaltig, dass oftmals eine chronische Krankheit daraus resultiert. Sollte es tatsächlich eine offizielle, standardisierte pDL zur Rauchentwöhnung geben, sei diese gut mit der Inhalativa-Einweisung kombinierbar.
Arzneimittel für COPD-Patienten
Medikamentös kommen bei COPD etwa inhalative Glucocorticoide wie Beclometason und Budesonid, oder Bronchodilatatoren wie Ipratropiumbromid, Salbutamol und Theophyllin zum Einsatz. Als vorsorglichen Schutz vor Exazerbationen wird eine Impfung gegen Influenza und Pneumokokken empfohlen. Auch physikalische Maßnahmen wie eine Atemtherapie können hilfreich für den Patienten sein.
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