Inhaber ärgern sich über Hersteller

Spannenkiller Drogerie: „Geld sitzt nicht mehr locker“ 14.04.2026 14:54 Uhr

Berlin - 

Immer wieder kommt es vor, dass Hersteller die Preise ihrer Artikel ändern – oft zum Nachteil für die Apotheken. „Der Tax-EK steigt, aber der Tax-VK sinkt“, bemängelt ein Inhaber. Die Marge werde immer kleiner. So könne eine partnerschaftliche Arbeit jedenfalls nicht aussehen, kritisiert er die betroffenen Hersteller. Ein Problem sei aber nicht nur die Preiskonkurrenz mit Versendern, sondern auch mit den Drogerien.

Die Hersteller ändern regelmäßig die Preise. Bei einigen Artikeln komme es immer mal wieder vor, dass der Tax-Einkaufspreis steige. „Der Tax-Verkaufspreis sinkt aber im gleichen Atemzug“, kritisiert er. „Für die Apotheken ist das schlecht, denn somit wird die Marge immer kleiner. Stellen sich die Hersteller so eine partnerschaftliche Zusammenarbeit vor?“

Der Druck im Freiverkauf steige auch, „weil der Spielraum für kundenfreundliche Rabatte wieder kleiner geworden ist durch den teureren Einkauf.“ Vor allem im Hinblick auf den Versandhandel sei das ärgerlich. „Wir zahlen im Einkauf schon manchmal mehr für eine Packung, als der Kunde sie bei diversen Onlineshops am Ende erwerben kann.“

Konkurrenzdruck durch Drogerien

Das Problem bestehe bei mehreren Herstellern. Das sei nicht nur im Hinblick auf die Abwanderung der Kundschaft ins Internet ein Problem. „Die von uns etwa fünfzig Meter entfernte Drogerie kann mit viel günstigeren Preisen aufwarten als wir“, erklärt der Inhaber.

Ärgerlich sei, dass die Problematik zwar bei den Außendienstlern einiger Hersteller bekannt sei: „Aber man könne da auch nichts machen, außer das müde Versprechen geben, einige Artikel seien schließlich apothekenexklusiv. Später sieht man diese dann aber doch bei dm und Rossmann in den Regalen stehen“, beklagt er.

Abwanderung von Chronikern

Die Abwanderung der Kundschaft mache sich auch bei Chronikern bemerkbar. „Vor allem bei Diabetespatienten ist mir das aufgefallen. Meist empfehlen die Arztpraxen bestimmte Geräte, und die passenden Teststreifen werden im Internet bestellt“, schildert der Apotheker. „Das Geld sitzt eben nicht mehr locker. Es werden Preise verglichen und auch mal längere Wege in Kauf genommen, um günstiger zu kaufen.“

Ärgerlich sei es vor allem, wenn zuvor in der Apotheke vor Ort eine Beratung in Anspruch genommen wurde. „Es kommt nicht selten vor, dass man berät, dann werden die Preise erfragt und dann heißt es: ‚Danke, ich kaufe woanders‘.“