Fachkräftemangel und KI

PKA: Ein Beruf mit Zukunft? 08.09.2026 13:07 Uhr

Berlin - 

In Apotheken arbeiten immer weniger PKA. Auch die Zahl der Auszubildenden sinke, sagt ein Inhaber. Die Organisations-, Lager- und Einkaufsprofis könnten sich jedoch zum unersetzlichen Personal in der Apotheke machen, wenn sie die Initiative ergriffen.

Im vergangenen Jahr waren laut Abda-Zahlen in Apotheken rund 31.200 PKA tätig – 20 Jahre zuvor waren es noch rund 35.800. Auch die duale Ausbildung in der Apotheke wird weniger nachgefragt. 2025 waren es 3120 Auszubildende, zwei Jahre zuvor 3625. „Wir bilden auch aus und spüren, dass deutlich weniger Bewerbungen kommen“, sagt Joohannes Jaenicke von der Adler Apotheken in Rhaunen.

Mehr als 20 PKA im Team

Er selbst beschäftigt ein großes Team an PKA. Mehr als 20 PKA sind im Backoffice, in der Verblisterung, Buchhaltung oder für die Lagerhaltung tätig. „In der Apotheke werden PKA gebraucht“, sagt der Inhaber. Wichtig für die Zukunft sei jedoch, dass sich PKA auch eigenständig weiterentwickelten. Denn für Standardarbeiten gebe es mit Blick auf neue Techniken wie Künstliche Intelligenz (KI) immer mehr Ersatz.

Digitale Anrufassistenten und Bestellsoftware erleichtern PKA die Arbeit und schaffen Freiräume für andere Tätigkeiten. „Wenn PKA KI gut beherrschen, ist das ein großer Vorteil. Ich finde, das müsste auch in der Ausbildung Einzug halten, sonst wird man überholt.“ Wichtig sei, dass man lerne, wie man die Techniken vernünftig und kontrolliert einsetze.

Berufsbild verändert sich

Mit dem neuen Bestellwegen wie über Apps oder Plattformen verändert sich für PKA die Arbeit im Backoffice. Hier können sich die Fachkräfte mit Organisationstalent und Wissen in Zeiten von Personalmangel und KI gut positionieren. Auch beim Einkauf oder im Marketing sind PKA in Apotheken von Inhaberinnen und Inhabern wertgeschätzt, wenn sie Eigeninitiative zeigen und dafür die nötigen Freiheiten bekommen.

Das Berufsbild der PKA ist vielleicht mehr im Wandel als jedes andere in der Apotheke. Für PKA bietet sich dadurch eine Chance, mit ihrem Hintergrundwissen zu glänzen. Denn sie sind auch wegen des pharmazeutischen Schwerpunkts in der Ausbildung nicht mit reinen kaufmännischen Angestellten ersetzbar.