Blistern in der Apotheke: Entspannt abseits vom HV 10.03.2026 12:12 Uhr
Das patientenindividuelle Verblistern von Arzneimitteln gehört für viele Apotheken zum Alltagsgeschäft. Auch in der Apotheke am Landtor in Weilburg werden Medikamente für Heimbewohnende gestellt. Dafür sind drei PTA im Einsatz – eine Arbeit, die man mögen müsse, sagt Olga Hahn, die auch PKA ist. Die Arbeitszeiten seien flexibler, allerdings falle die Kundenberatung weg.
Hahn verblistert mit zwei Kolleginnen manuell für drei Heime und versorgt knapp 200 Bewohnende mit Wochenblistern. Sie packen die Arzneimittel in einem gesonderten Raum um. „Man muss viel sitzen und das Tragen von Handschuhen und Mundschutz mögen.“ Jeder entwickele seine persönliche Routine, etwa wie das Tablett für die Einzelblister beim Befüllen vor sich gelegt werde, sagt sie.
Blistern ist familientauglich
Ein Vorteil seien die flexibleren Arbeitszeiten. „Wir verblistern meistens vormittags, das ist gerade für Mütter ein Vorteil“, sagt Hahn. Wenn eine Kollegin später komme, etwa weil ein Kind krank sei und erst noch die Betreuung geregelt werden müsse, könne nachgearbeitet werden. Hahn selbst ist sowohl im HV-Geschäft und in der Verblisterung tätig, um Abwechslung im Berufsalltag zu haben.
Eine Kollegin sei anfangs unsicher gewesen, ob die manuelle Verblisterung für sie als Arbeit geeignet sei, sagt Hahn. Mittlerweile sei sie begeistert. „Sie hat mir gesagt, es war die beste Entscheidung, sie kommt beim Stellen zur Ruhe. Es entspannt sie auf eine gewisse Art und Weise.“ In vier bis fünf Tagen könne für die Heime eine Wochenration produziert werden. Dabei sei noch Luft nach oben – für mehr Bewohnende.
Austausch mit Heim und Praxis
Wichtig sei die Kommunikation mit Heimen und Arztpraxen. „Es ist nicht immer leicht, gerade die weiter entfernt liegenden MVZ zu erreichen. Bei unseren Stammpraxen funktioniert das besser.“ Auch die Abholung der elektronischen Versichertenkarten für den Abruf der E-Rezepte sei mitunter herausfordernd. „Manchmal müssen wir die Fahrer öfter schicken, das kostet Zeit und Nerven.“ Die Kontrolle mit dem Vier-Augen-Prinzip werde sehr ernst genommen. Ein Apotheker prüft die Medikationspläne, bevor sie in die Produktion gingen und auch die Blister würden entsprechend gegenkontrolliert. Laut Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) muss das Personal für die Tätigkeiten ausreichend qualifiziert sein und regelmäßig geschult werden.
Aufgaben für PKA
Auch für PKA kann das Verblistern ein Schwerpunkt in der Apotheke sein. Denn die logistische Arbeit wie die Beschaffung der Arzneimittel und die Kommunikation mit Praxen und Heimen können sie übernehmen. Die kaufmännischen Fachangestellten können sich um Bestandsführung und Nachbestellungen sowie die Optimierung von Lagerprozessen und die Einhaltung der Hygienerichtlinien kümmern. Sie sind damit in der Apotheke die Schnittstelle zwischen Produktion und Pflegeeinrichtungen oder der Kundschaft.