Apotheken: „Hier bleibt Geld liegen“ 10.02.2026 11:30 Uhr
Apotheken stehen wirtschaftlich unter Druck. Während auf eine Anhebung des Rx-Honorars gewartet wird, können die internen Prozesse weiter optimiert werden. Dabei sollte ein Auge auf die Non-Rx-Produkte gelegt werden, wie Apothekenberater Robert Fries sagt. „Apotheken können es sich in dieser Zeit nicht leisten, abzuwarten.“ Oft bleibe beim Preismanagement Geld liegen.
Fries plädiert dafür, dass sich Apotheken möglichst viel Handlungsspielraum bewahren sollen. „Wer auf den Gesetzgeber wartet, verliert Zeit“, sagt der Geschäftsfährer von Team Paracelsus. Inhaberinnen und Inhaber sollte nicht auf die Hoffnung setzen, dass sich die Rahmenbedingungen kurzfristig ändern.
Der Fokus solle auf das gelegt werden, was selbst gesteuert werden könne: klare Prozesse, saubere Organisation, sichtbares Marketing – und eine bewusste Preisstrategie. „Nach unserer Erfahrung wird das Non-Rx-Preisniveau in vielen Apotheken noch immer eher ‚nach Gefühl‘ festgelegt – frei nach dem Motto ‚Glaskugel oder über den Daumen‘.“ Preise entstünden historisch, würden selten überprüft und oft nur dann angepasst, wenn es offensichtlich notwendig erscheine. „Genau hier bleibt Geld liegen.“
Erklärungsbedürftige OTC-Preise
Ein strukturiertes digitales Preismanagement schaffe Transparenz: „Welche Produkte tragen wirklich? Wo verschenkt man Marge? Und wo sind Preise möglicherweise erklärungsbedürftig?“, sagt er. Wer Preise systematisch betrachte und regelmäßig überprüfe, gewinne wirtschaftlichen Spielraum, ohne das Vertrauen der Kundinnen und Kunden zu gefährden.
Wichtig sei, klare Abläufe zu schaffen. Sie sorgten dafür, dass Anpassungen im Alltag ankämen und nicht im Tagesgeschäft verpufften. „Genau hier entstehen oft stille Verluste – nicht aus bösem Willen, sondern aus fehlender Struktur.“ Dazu komme Marketing, das Aufmerksamkeit und Vertrauen erzeugen müsse. Die Preise müssten dazu passen und nachvollziehbar sein. „Gutes Marketing ohne passende Preisstruktur verschenkt Potenzial – umgekehrt genauso.“
Kürzlich wurde die Firma Baufeld & Partner übernommen. Ziel sei es, datenbasierte Analyse, Beratung und Umsetzung enger zu verzahnen – damit Apotheken wirtschaftlich handlungsfähig bleiben, ohne auf externe Veränderungen warten zu müssen.