Vier Todesfälle

Haftbefehl gegen mutmaßlich falsche Ärztin dpa, 01.11.2019 11:51 Uhr

  • Eine Frau in Hessen soll sich mit gefälschten Unterlagen in einer Klinik als Ärztin beworben haben. Bei Behandlungen unterliefen ihr Fehler, wodurch sie den Tod von vier Patienten verursacht haben soll. Foto: AOK

Fritzlar - Wegen mehrerer Todesfälle in einem Krankenhaus ist gegen eine mutmaßlich falsche Ärztin in Hessen Haftbefehl erlassen worden. „Durch fehlerhafte Anästhesien soll sie in vier Fällen den Tod der Patienten verursacht haben; in acht weiteren Fällen sollen Gesundheitsschäden eingetreten sein“, teilte die Staatsanwaltschaft Kassel am Freitag mit. Die Frau war von 2015 bis 2018 als Assistenzärztin in einer Klinik im nordhessischen Fritzlar tätig – laut Ermittlern ohne ärztliche Zulassung.

Die Frau soll Fehler bei der Behandlung gemacht und Patienten falsche Medikamente verabreicht haben. Zunächst war gegen die 48-Jährige nur ermittelt worden, weil sie sich mit gefälschten Unterlagen in der Klinik beworben haben soll. Doch bei einer Durchsuchung im Januar stießen die Behörden auf weitere Beweise.

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln nun unter anderem wegen des Verdachts des Totschlags, gefährlicher Körperverletzung, Urkundenfälschung, Betruges und des Missbrauchs von Titeln. Am Dienstag kam die Frau in Untersuchungshaft. Gleichzeitig gab es Durchsuchungen in verschiedenen Bundesländern: Neben der Klinik in Hessen wurden die Privaträume der Frau durchsucht, die zuletzt in Kiel (Schleswig-Holstein) wohnte.

Außerdem wurden Arbeitsplätze von zwei Medizinern in Hessen und in Brandenburg durchsucht. Es werde geprüft, ob die damals in der Klinik tätigen Ärzte ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, indem sie die Frau als Anästhesistin trotz mangelhafter Leistungen weiter arbeiten ließen.